Sonderveröffentlichung

Allwetterzoo Münster
Interview: Zoodirektor Wilms über Erfolgsmodelle und geplante Projekte

Münsters bekannter Zoo in der Sentruper Straße hat für die Besucher viel zu bieten. Neben den rund 3.000 Tieren, gibt es verschiedene Aktivitäten rund um die Zoobewohner. Unsere Redakteurin Karin Höller sprach hierzu und über zukünftige Neuerungen mit Zoodirektor Dr. Thomas Wilms.

Mittwoch, 18.12.2019, 09:00 Uhr
Allwetterzoo Münster: Interview: Zoodirektor Wilms über Erfolgsmodelle und geplante Projekte
Pelikane, Tiger, Erdmännchen & Co.: Im Allwetterzoo Münster gibt es viele Tiere zu entdecken. Foto: Gunnar A. Pier

Welche sind die Hauptanziehungspunkte des Allwetterzoos bei den Besuchern?
 
Thomas Wilms : Der Allwetterzoo ist die größte Freizeiteinrichtung in Münster und genießt weit über das Münsterland hinaus eine sehr gute Reputation. Pro Jahr werden fast 700.000 Besucher gezählt. Am heutigen Standort wurde der Allwetterzoo im Jahre 1974 eröffnet, seine Wurzeln gehen jedoch auf den 1875 gegründeten Zoologischen Garten zu Münster zurück – er gehört somit zu den traditionsreichsten Zoos in Deutschland. Der Allwetterzoo setzt in seiner Arbeit Schwerpunkte auf Besucherservice, direktes Tiererlebnis, hochwertige Tierhaltung, Edukation und Forschung bezüglich naturkundlicher Themen und ein großes Engagement im Natur- und Artenschutz. Neben den rund 3.000 Tierindividuen in ca. 300 Arten bieten wir unseren Besuchern ein reichhaltiges  tierisches Programm, beispielsweise  Tierpflegergespräche, kommentierte Fütterungen,  den Pinguinmarsch, Pinguinfütterung, das Kegelrobbentraining, die Shows im Robbenhaven sowie wechselnde Ausstellungen im Westfälischen Pferdemuseum. 

Ein besonderes Highlight ist die Elefantenfütterung während der Besucher unsere Dickhäuter mit bereitgestelltem Futter füttern können. Durch die Allwetterausrichtung sind wir einer der wenigen Zoos, die auch in der kalten Jahreszeit oder an verregneten Tagen attraktiv für Besucher bleiben. Neben der Freizeiteinrichtung ist der Zoo auch eine wichtige Artenschutzinstitution. Neben der Teilnahme an zahlreichen europäischen Zuchtprogrammen zum Erhalt verschiedenster Arten, haben wir eigene Schutzzentren errichtet. In Münster befindet sich beispielsweise das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz (IZS). In dieser Einrichtung werden Erhaltungszuchten von stark bedrohten asiatischen Schildkrötenarten koordiniert. Teilweise Arten die bereits in der Natur ausgestorben sind. In Kambodscha haben wir mit dem Angkor Center for the Conservation of Biodiversity (ACCB; Angkor Zentrum zum Schutz der Biodiversität) ein weiteres Projekt, in dem Einzugsgebiet des Weltkulturerbes Angkor Wat. Das ACCB kümmert sich um beschlagnahmte Wildtiere bedrohter Arten, unterhält Erhaltungszuchten gefährdeter Arten mit einem Schwerpunkt auf Wasservögel und Schildkröten mit dem Ziel diese Arten im Kambodscha wieder auszuwildern und beteiligt sich an Bildungsprogrammen für lokale Schulen und an Forschungsprojekten.


 

Welche Neuerungen beziehungsweise Investitionen im Zoo sind als nächstes geplant?
 
Wilms: Im Zuge des Masterplans 2030+ steht eine komplette Neustrukturierung des Zoos an. Wie bereits berichtet, wird der Zoo in verschiedene Klimazonen aufgeteilt. Das hat bauliche Maßnahmen zur Folge, aber auch eine Umstrukturierung des Tierbestandes. Einige Arten werden uns verlassen und Neue ein Zuhause im Allwetterzoo finden. Unser Bestreben ist es, die Bedeutung des Standortes Münster für den Klima- und Artenschutz weiter auszubauen. Auch aus diesem Grund planen wir den Klima- und Artenschutzkampus als einen eigenen Bereich im neuen Allwetterzoo zu gestalten.

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