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Mieter haben bald Rechtsanspruch auf Wallbox

Im Kampf gegen den Klimawandel hat die Bundesregierung einen großen Schritt nach vorne getan. Ende März 2020 beschloss das Kabinett einen Gesetzentwurf, nach dem Mieter einen Rechtsanspruch darauf haben, eine Wallbox installieren zu dürfen.

Mittwoch, 15.04.2020, 11:21 Uhr aktualisiert: 15.04.2020, 11:26 Uhr
Specials: Mieter haben bald Rechtsanspruch auf Wallbox
Foto: Colourbox.de

Der Entwurf der Justizministerin Christina Lambrecht ( SPD ) sieht vor, dass künftig Vermieter ihren Mietern nur noch in Ausnahmefällen die Installation einer Wallbox an ihrem Stellplatz untersagen dürfen. Wer sich auf eigene Kosten einen Stromanschluss für das eigene Elektroauto legen lassen möchte, kann dies zukünftig im Normalfall auch tun.

Ein wichtiger Schritt für den Klimawandel

Um den Klimawandel zu bekämpfen hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, bis Ende des Jahres 2020 den Treibhausgasausstoß um 30 Prozent verglichen mit dem von 1990 zu senken. Da der Verkehr einer der größten Treibhausgasemittenten in Deutschland ist, kommt diesem eine besonders große Wichtigkeit zu.

Damit der deutsche Verkehrssektor umweltfreundlicher wird, sollen bis Ende 2030 zehn Millionen E-Autos auf deutschen Straßen fahren. Nachdem die Anzahl der zugelassenen E-Autos in den letzten Jahren viel zu langsam stieg, ist die Bundesregierung dieses Jahr scheinbar aufgewacht.

Bereits Anfang des Jahres beschloss die Bundesregierung, den Neukauf von E-Autos mit deutlich mehr Geld als bisher zu fördern. Das nützte Millionen Mietern in Deutschland allerdings wenig. Denn wer mit einem E-Auto unterwegs sein möchte, der benötigt in den meisten Fällen auch eine Wallbox bei sich zuhause, um das Fahrzeug zu laden.

Der Betrieb eines E-Autos ohne Wallbox Zuhause ist fast unmöglich. Denn die öffentliche und halb-öffentliche Ladeinfrastruktur reicht bei weitem nicht aus, um das eigene E-Auto immer zu laden. Auch ein einfacher Stromanschluss am eigenen Stellplatz ist dafür nicht geeignet. Denn erstens dauert das Laden mit einer normalen Steckdose viel länger und zum zweiten sind Schuko-Steckdosen für so viel Strom nicht ausgelegt, wodurch es zu einem Kabelbrand kommen kann.

Eine Wallbox lässt sich in jedem Gebäude installieren

Durch dieses neue Gesetzesvorhaben ermöglicht die Bundesregierung Mietern nun auch den Betrieb von E-Autos, die zuvor de facto gar keines nutzen konnten.

Bisher konnten sich Vermieter oder Eigentümerversammlung gegen die Installation einer Wallbox im Gebäude sperren. Das ist jetzt vorbei.

Es gibt auch keinen sinnvollen Grund, sich gegen die Installation einer Wallbox zu wehren. Denn grundsätzlich lässt sich in jedem Gebäude eine Wallbox installieren. Moderne Wallboxen sind so ausgelegt, dass sie eine individuelle Abrechnung der Stromkosten ermöglichen und je nach Stromverbrauch im restlichen Gebäude den eigenen Verbrauch regulieren, damit es im Haus selbst zu keinen Engpässen kommt.

Wer sein Auto in der Tiefgarage eines Mietshauses nutzen möchte, für den gibt es Wallboxen, die beispielsweise mit einem RFID-Chip oder sogar über eine Nummernschilderkennung freigeschaltet werden. Mieter oder Wohnungseigentümer müssen sich daher keine Sorgen machen, dass jemand unbefugt die Wallbox nutzt.

Wenn die Installation der Wallbox durch einen Fachmann erfolgt, gibt es so gut wie keinen Grund, warum in dem Haus eine Wallbox nicht installiert werden können sollte. Ein Grund beispielsweise wäre eine hoffnungslos veraltete Strom-Infrastruktur im Haus, die die hohen Strommengen für ein E-Auto nicht bewältigen könnte.

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