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Versicherungs-Checkup: Risikoprofil prüfen und Versicherungsschutz optimieren

Jeder hat sie, die wenigsten haben den Durchblick: wenn es um Versicherungen geht, verschließen Verbraucher häufig die Augen, unter anderem deshalb, weil das Thema so trocken ist. Doch eine Versicherung läuft in der Regel über Jahre und verursacht Fixkosten. Verändert sich die Lebenssituation, verändert sich auch das Risikoprofil und mit ihm der Versicherungsbedarf.

Dienstag, 28.04.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 28.04.2020, 10:12 Uhr
Specials: Versicherungs-Checkup: Risikoprofil prüfen und Versicherungsschutz optimieren
Online lassen sich rasch die wichtigsten Infos rund um die aktuellen Angebote finden. Foto: pixabay.com © PourquoiPas

Das Wichtigste zuerst:

  • Eine Privathaftpflicht- und eine Krankenversicherung sollte jeder haben.
  • Auslandsreisekrankenversicherungen und Berufsunfähigkeitsversicherungen stehen auf Platz zwei der sinnvollen Policen.
  • Wer ein Eigenheim besitzt oder Eigentum vermietet, benötigt zwingend eine Wohngebäudeversicherung.
  • Eine Lebensversicherung abzuschließen ist nicht lohnend. Ebenfalls überflüssig sind Versicherungen für Smartphone, Brillen/Sehhilfen oder Reisegepäck

Welche Lebensereignisse sind für einen Versicherungs-Check ausschlaggebend?

Ändert sich grundlegend etwas im Leben, ist ein Versicherungscheck stets ratsam. Entweder fallen einige Risiken weg oder es kommen neue hinzu. Typische Lebensereignisse, bei denen Verbraucher den Versicherungsbedarf überprüfen, sind diese:

  • Hochzeit
  • Scheidung
  • Umzug: Zusammenziehen mit anderen oder aus einer Lebens- bzw. Wohngemeinschaft in eine eigene Wohnung ziehen
  • Auswandern in ein anderes Land
  • in das Berufsleben eintreten
  • Aufnahme/Aufgabe einer Selbständigkeit
  • in den Ruhestand gehen
  • Geburt eines Kindes
  • Aufnahme/Aufgabe eines risikoreichen Hobbys
  • Anschaffung/Abschaffung von Tieren
  • Kauf/Verkauf von Auto, Motorrad, Boot, Anhänger, Camper oder einem anderen Transportmittel
  • Eintritt neuer Risiken, z. B. gesundheitlich oder finanziell

Der zuletzt genannte Aspekt neuer Risiken wird anhand eines aktuellen Beispiels im nächsten Abschnitt näher erläutert. Unabhängig von neuen Risiken und veränderten Lebensumständen sollten Verbraucher regelmäßig, zum Beispiel zum Herbst oder zum Jahresbeginn, ihre Versicherungen auf Aktualität und Nutzen prüfen .

Aktuelles Beispiel: Coronavirus und Versicherungen

Der Coronavirus hat auf den ersten Blick gesehen gesundheitliche Auswirkungen, doch auf den zweiten Blick geht es natürlich auch um die Finanzen jedes einzelnen. Kurzarbeit greift um sich, Geschäfte schließen und Betriebe gehen pleite. Das zieht Arbeitslosigkeit in einem unbekannten Ausmaß nach sich.

Daraus folgt: Wenn ein neues Risiko eintritt, wie zum Beispiel in diesem Jahr mit Covid-19, gehört der persönliche Versicherungsschutz auf den Prüfstand! In welcher Hinsicht die Versicherungssituation beeinflusst wird und wie weit die Finanzen davon betroffen sind, ist Thema in dem Beitrag „ Coronavirus: Versicherung, Arbeit, Finanzen “. Die gute Nachricht ist, dass gesetzliche Krankenversicherungen in Deutschland eintreten, wenn aufgrund einer mit Covid-19 im Zusammenhang stehenden Erkrankung Behandlungen durchzuführen sind. Es kann im Einzelfall ratsam sein, zusätzliche Leistungen hinzu zu buchen, um das individuelle Risikoprofil sinnvoll abzusichern.

Versicherte haben die Möglichkeit, sich über Hotlines oder online bei ihrer Versicherung zu informieren. Die DAK, die Techniker Krankenkasse, die AOKs in Baden-Württemberg und Bayern sowie die Barmer Ersatzkasse sind die 5 größten in Deutschland und entsprechend professionell informieren sie ihre versicherten Mitglieder .

Basisversicherungen für Alleinlebende und Paare ohne Kinder

Das Versicherungs-Minimum, welches diese Gruppe braucht, besteht aus drei Versicherungen. Es sind die folgenden:

  • Krankenversicherung
  • Privathaftpflichtversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung.

Mit diesem Dreiergespann sind die wesentlichen Risiken abgedeckt. Darauf aufbauend lassen sich ergänzende Versicherungen hinzufügen. Diese sollten zum aktuellen Lebensentwurf passen und die Risiken berücksichtigen, die tatsächlich vorhanden sind. Das gilt selbstverständlich für jede der hier vorgestellten Gruppen.

Familien mit Kindern

Neben den drei Versicherungen Kranken-, Privathaftpflicht-, und Berufsunfähigkeitsversicherung empfehlen sich für Lebensgemeinschaften mit Kindern zusätzlich diese drei Policen:

  • Kinderinvaliditätsversicherung
  • (Kinder-) Unfallversicherung
  • Risiko-Lebensversicherung

Alleinerziehende

Alleinerziehende haben prinzipiell dasselbe Risikoprofil, wie verheiratete oder nicht verheiratete Paare mit Kindern. Alle sechs Versicherungen zum Basisschutz im Überblick:

  • Krankenversicherung
  • Privathaftpflichtversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Kinderinvaliditätsversicherung
  • (Kinder-) Unfallversicherung
  • Risiko-Lebensversicherung

Rentner

Das Risiko Profil von Rentnern ist mitunter sehr überschaubar. Für diese Gruppe sind nur zwei Versicherungen als Basis notwendig:

  • Krankenversicherung
  • Privathaftpflichtversicherung

Doch die Rentner von heute pflegen einen ausgesprochen aktiven Lebensstil, sodass durchaus eine Unfallversicherung in Betracht kommt. Das gilt auch für diejenigen, die im Haushalt  nach wie vor sehr viel selber machen. Schließlich passieren die meisten Unfälle im Haushalt!

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Ein Sturz von der Leiter im eigenen Garten ist über eine private Unfallversicherung abgesichert. Foto: pixabay.com © cdhgroup

Tipps zum Versicherungswechsel

Die erste Regel beim Versicherungswechsel lautet, Angebote zu vergleichen. Um Angebote vergleichen zu können, bieten sich entsprechende Vergleichswebseiten an. Diese filtern in kurzer Zeit verfügbare Angebote aus der Vielfalt der Offerten heraus. Um ein umfassendes Bild zu gewinnen ist es ratsam, zwei oder drei Vergleichsplattformen zu nutzen, denn nicht jede Plattform hat Zugriff auf sämtliche Versicherungen.

Kündigungsfristen prüfen

Wer kündigen will, verschafft sich am besten zuerst einen Überblick über die vorhandenen Kündigungsfristen. Diese variieren von Versicherung zu Versicherung.  Es hat sich bewährt, eine Tabelle mit den entsprechenden Daten zu erstellen. Folgende Informationen sollte die Tabelle bereithalten:

  • Bezeichnung der Versicherung
  • Versicherungsnummer
  • Anschrift sowie E-Mail-Adresse und Telefonnummer
  • Höhe der Jahresprämie
  • Tag des Versicherungsabschlusses
  • Laufzeit
  • Kündigungsfrist
  • Hinweise zum Kündigungsweg (z. B. auf der Website/in der App, per Einschreiben, per Mail)

Ideal ist die Verwaltung der Daten in eine Exceltabelle, denn hier können per Befehl individuelle Sortierungen vorgenommen werden. Das vereinfacht die Handhabung. Außerdem lässt sie sich fortlaufend ergänzen.

Anforderungen festlegen und passendes Angebot auswählen

Welche Police die beste ist, hängt von Anforderungsprofil ab. Insofern ist jeder Verbraucher selbst gefragt, die Kriterien festzulegen, die eine neue Versicherung erfüllen muss. Für den einen spielt der Preis eine übergeordnete Rolle, der andere legt auf einen bestimmten Leistungsaspekt besonderen Wert.

Wichtig ist, sich hier intensiv mit den individuellen Gegebenheiten und Ansprüchen auseinander zu setzen, um den idealen Versicherungsschutz zu finden. Es ist wirtschaftlich nicht sinnvoll einen Versicherungsschutz über den eigenen Bedarf hinaus aufzubauen. Zu diesem Zweck können die bestehenden Versicherungen auf ihr Leistungsangebot geprüft werden. Welche Leistung war tatsächlich wichtig, welche hat sich als überflüssig herausgestellt? Die gewonnenen Erkenntnisse können in der zentralen Versicherungs-Tabelle hinterlegt werden.

Erst neue Versicherung abschließen, dann kündigen

Ist die neue Versicherung gefunden, steht einer Kündigung fast nichts mehr im Wege. Die Praxis zeigt, dass zuerst die neue Versicherung geschlossen werden sollte, bevor die alte gekündigt wird. Die Kündigung erfolgt fristgerecht und die neue Police knüpft nahtlos an.

Manchmal übernehmen die Versicherer auch die Kündigung für ihre neuen Kunden. Verbraucher sollten deshalb im Vorfeld klären, ob dies der Fall ist. Das erspart Zeit und Mühe.

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