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Corona und Kurzarbeitergeld - welche Auswirkungen hat die Epidemie?

Die Corona-Krise bestimmt das Leben in den privaten Haushalten und in den Unternehmen. Wegen der Maßnahmen, die den Virus zurückdrängen sollen, wurde in vielen Betrieben die wöchentliche Arbeitszeit verkürzt. Arbeitnehmer haben für diesen Zeitraum Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

Dienstag, 19.05.2020, 11:29 Uhr aktualisiert: 19.05.2020, 11:32 Uhr
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Foto: Colourbox.de

Der folgende Beitrag gibt Ihnen Antworten zum Kurzarbeitergeld . Hier erfahren Sie, wie die Bundesregierung die Regelungen aufgrund der Corona-Krise angepasst hat.

Wer hat Anspruch auf Kurzarbeitergeld?

 Entsteht aufgrund einer wirtschaftlichen Krise ein längerfristiger Arbeitsausfall, der mindestens 10 % der Belegschaft betrifft, kann ein Arbeitgeber Kurzarbeit anmelden und für seine Mitarbeiter Kurzarbeitergeld beantragen. Hierdurch wird vermieden, dass Arbeitnehmer entlassen werden müssen.

Vor Beginn der Corona-Krise lag das Kurzarbeitergeld bei 60 % des letzten Nettolohns. Lebt in dem Haushalt des Arbeitnehmers mindestens ein Kind, erhöht sich der monatliche Bezug des Kurzarbeitergeldes auf 67 %.

Mitte April hat die große Koalition eine Anhebung der Lohnersatzleistung beschlossen. Hiernach erhöht sich das Kurzarbeitergeld nach 4 Monaten auf 70 %, wenn noch mindestens die Hälfte der wöchentlichen Arbeitszeit geleistet wird. 3 Monate später steigt das Kurzarbeitergeld auf 80 %. Beschäftigte, die ein Kind versorgen müssen, können ab dem 4. Monat des Bezugs mit 77 % - ab dem 7. Monat mit 87 % - rechnen.

Die Regelungen zur Erhöhung gelten bis zum 31. Dezember 2020.

Welche Konsequenzen sind mit dem Bezug des Kurzarbeitergeldes verbunden?

Der Bezug von Kurzarbeitergeld ist mit den folgenden Konsequenzen verbunden:

Wie hoch das Kurzarbeitergeld im Einzelfall ist, hängt damit zusammen, welche Lohnsteuerklasse der Bezieher hat. Da das Kurzarbeitergeld auf Basis des letzten Nettolohnes bezahlt wird, erhält ein Steuerpflichtiger mit der Lohnsteuerklasse III ein höheres Kurzarbeitergeld als der Arbeitnehmer, der in der Lohnsteuerklasse V geführt wird.

Ein Wechsel der Lohnsteuerklasse kommt insbesondere bei Eheleuten in Betracht. Verheiratete Paare können zwischen zwei Alternativen wählen. Entweder werden beide in der Lohnsteuerklasse IV geführt oder der Besserverdienende ist in der Lohnsteuerklasse III und der Ehepartner in der Lohnsteuerklasse V. Welche Möglichkeit die steuergünstigere Lösung ist, muss im individuellen Fall geprüft werden. Eine weitere Alternative dazu wäre die Steuerklasse IV mit  Faktor.

Ein Lohnsteuerklassenwechsel ist bei dem Bezug von Kurzarbeitergeld auch unterjährig möglich.

Der Jahresbetrag des Kurzarbeitergeldes muss in der Steuererklärung erfasst werden, wenn er die Summe von 410 Euro übersteigt. Dies hängt damit zusammen, dass das Kurzarbeitergeld bei der Erstellung der Lohnabrechnung berücksichtigt wird und folglich auf der Jahreslohnsteuerbescheinigung erscheint.

Die Lohnersatzleistung muss von dem Arbeitnehmer nicht versteuert werden. Wegen des Progressionsvorbehaltes erhöht sich aber der persönliche Steuersatz des Beziehers. Eine mögliche Steuererstattung wird hierdurch verkürzt. Unter Umständen kann es auch zu Nachzahlungen kommen.

Hat der Bezieher von Kurzarbeitergeld vor der ersten Zahlung einen Nebenjob, wird die Lohnersatzleistung nicht angerechnet. Anders ist dies, wenn der Minijob während des Bezugs von Kurzarbeitergeld angetreten wurde. Im letzteren Fall wird das Kurzarbeitergeld gekürzt.

Eine Ausnahme hiervon bilden die Nebenjobs, die in systemrelevanten Berufen ausgeübt werden. Wer in der medizinischen Versorgung, in der Behindertenbetreuung oder in der Landwirtschaft tätig ist, profitiert davon, dass sein Nebenjob steuerlich begünstigt bleibt.

Fazit

Die Corona-Krise wirkt sich auch auf den Bezug des Kurzarbeitergeldes aus. Die Höhe des Kurzarbeitergeldes wurde auf maximal 80 % bzw. 87 % des letzten Nettolohnes angehoben, wenn die betroffenen Mitarbeiter sich für längere Zeit in Kurzarbeit befinden.

Als Bezieher von Kurzarbeitergeld müssen Sie Konsequenzen einkalkulieren, die sich insbesondere auf die Steuererklärung und Ihre Steuererstattung auswirken können.

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