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Nachbarschaftshilfe: Wie Unternehmen wie belvona, Parea und Co. überzeugen

Gerade in Zeiten von Corona zeigt sich mehr denn je wie wichtig der Zusammenhalt unter den Menschen ist. Gleiches gilt auch für Gemeinschaften wie Nachbarn. Doch gerade da, wo Menschen auf engem Raum aufeinandertreffen, herrscht oft Anonymität und Unsicherheit. Wohnungsunternehmen wie die belvona GmbH aus Düsseldorf, die Agentur Ai-Port aus Münster oder die soziale Dienstleistungsgesellschaft Parea aus Greven legen spannende Konzepte und Aktionen dar, wie Nachbarschaftshilfe funktionieren kann.

Freitag, 19.06.2020, 13:51 Uhr aktualisiert: 19.06.2020, 13:54 Uhr
Specials: Nachbarschaftshilfe: Wie Unternehmen wie belvona, Parea und Co. überzeugen
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Darum ist Hilfsbereitschaft unter Nachbarn so wichtig

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Den Einkauf erledigen, mit dem Hund Gassi gehen, kleine Gartenarbeiten verrichten oder Unterstützung beim Gang zum Arzt leisten: Nachbarschaftshilfe ist und bleibt wichtiger denn je. Unter Nachbarschaftshilfe versteht man die gegenseitige Unterstützung zwischen Nachbarn durch alltägliche Arbeiten oder durch das eigene Wissen. In der Regel wird dabei auf eine Bezahlung verzichtet.

Gerade jetzt während der Corona-Krise zeigt sich verstärkt, dass enger Zusammenhalt Leben schützen kann. Besonders ältere Menschen waren in den letzten Wochen auf Unterstützung angewiesen. Da nicht jeder in einem intakten Familienverbund lebt, sind Nachbarn und damit Solidarität und Hilfsbereitschaft umso wichtiger. Wer besonders im Alter möglichst lange im vertrauten Wohnquartier bleiben möchte, sollte nicht nur auf eine altersgerechte Wohnung achten, sondern auch darauf, ob man auf Unterstützung aus der direkten Nähe und damit der Nachbarschaft zählen kann.

belvona fördert Mieterzusammenhalt und gute Nachbarschaft

Die belvona GmbH aus Düsseldorf setzt seit Gründung, die Mitten in die Corona-Pandemie fiel, auf einen engen Zusammenschluss der Mieter. „Wir fördern ausdrücklich eine gute Nachbarschaft“, so Geschäftsführer des Wohnungsunternehmens Frank Krienen. Belvona fordert direkt aktive Nachbarschaftshilfe in Form von Einkäufen für ältere Menschen, Gartenfesten oder ähnlichen Events und sogar Mieterbeiräte sind geplant. So will das Unternehmen wieder das Wohnen wie in der guten alten Zeit fördern. Dabei hat sich belvona hohe Ziele gesteckt: Nicht weniger als die perfekte Mieterbetreuung wird angestrebt.

Um neue Wege zu gehen und sich auch als Wohnungsgesellschaft der Digitalisierung zu stellen, setzt die belvona GmbH zudem auf eine Mieter-App. Diese soll die Mieter untereinander auf modernste Weise miteinander vernetzen und direkten Kontakt zu belvona und anderen Services möglich machen. Gleichzeitig nutzt das Unternehmen eigene Social-Media-Kanäle für die Wohnanlagen, in denen sich die Mieter mit eigenem Profil untereinander austauschen können. So sollen das Kennenlernen und das Anbieten gegenseitiger Hilfe einfacher gestaltet werden. Denn oftmals scheitert Nachbarschaftshilfe daran, dass Mieter sich noch nicht gut genug untereinander kennen und die Hemmschwelle oftmals zu groß ist, um einfach aufeinander zuzugehen.

Gezielte Hilfe: Agentur entwickelt Portal für Nachbarschaftshilfe

Wie auch das Wohnungsunternehmen belvona setzt die münsterische Agentur Ai-Port auf den digitalen Weg. Sie versuchen vor allem ältere Menschen, die wegen des gesundheitlichen Risikos zu Hause bleiben müssen und junge Studenten, die oftmals in der Gastronomie arbeiten und nun nicht tätig sind, zusammenzubringen. Aber auch Eltern von Kindern, die dringend neue Bastelsachen oder anderes suchen, sollen dieses Portal nutzen können. Das Portal mit dem Namen Nebenanhelden bietet vor allem die Möglichkeit, gezielt Dienstleistungen zu suchen oder anzubieten. Über eine Karte oder Filterkategorien kann man schnell das Angebot finden, das einem hilft.

Die Agentur setzt bei ihrem Portal vor allem auf Datenschutz. Bei Wohnungsunternehmen wie belvona bleiben Mieterdaten unter sich, bei öffentlichen Portalen kann das knifflig werden. Deswegen arbeitet Nebenanhelden mit einem Registrierungssystem, sodass Nutzer sich nur nach einer einmaligen Registrierung per E-Mail per Nachricht austauschen können. Persönliche Daten sind nicht öffentlich einsehbar.

Aktionen gegen die Isolation – Parea setzt auf gute Nachbarschaft

In Krisenzeiten sind gemeinnützige Dienstleistungsgesellschaften besonders gefragt. Seit 20 Jahren kümmert sich Parea um die Stärkung von Nachbarschaft – und gerade zur Corona-Krise werden reihenweise Aktionen ins Leben gerufen. „Gegenseitige Hilfe und Unterstützung erleichtern den Alltag, schenken Sicherheit und schützen nicht zuletzt vor Einsamkeit“, so der Geschäftsführer von Parea Thorsten Seelig. Und genau deswegen setzt das Unternehmen auf gute Nachbarschaft als ein wirkungsvolles Anti-Krisen-Rezept.

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Passend zum bundesweiten Tag des Nachbarn am 29. Mai führte Parea unter dem Motto „Für dich, lieber Nachbar“ zahlreiche kleine und große Aktionen in verschiedenen Wohnanlagen durch. Von Waffelback- und Grillaktionen, über Klavierkonzerten bis hin zu Blumengrüßen fand verschiedenes statt – alles natürlich unter Einhaltung aktueller Corona-Hygieneauflagen. Die Aktionen zum Tag des Nachbarn sind nur ein Teil der Maßnahmen, die Parea bezüglich der Nachbarschaftshilfe vorantreibt. Gerade mit Fokus auf ältere Mieter wurden proaktive Telefonanrufe gestartet, Unterstützung angeboten und neue Kontakt- und Beschäftigungsangebote etabliert. Mit abwechslungsreichen Aktionen wie Balkon-Dates oder Sporttraining im Freien sollten die älteren Bewohner aus ihrem Alltagstrott geholt werden. Zeitgleich stärken solche Maßnahmen das Gemeinschaftsgefühl auch zu Zeiten von Social Distancing. Wie auch beim Wohnungsunternehmen belvona stehen die Zufriedenheit und das Miteinander der Mieter im Fokus.

Nachbarschaftshilfe fängt im Kleinen an

Belvona, Parea und Ai-Port machen es vor: Hilfsbereitschaft, Solidarität und soziales Miteinander sind essenziell für eine funktionierende Gesellschaft. Immer mehr Unternehmen und Organisationen stellen diesen Anspruch an sich selbst. Doch auch als Einzelner kann man den Unterschied ausmachen. Es ist gar nicht so schwer, Eigeninitiative zu ergreifen und organisierte Nachbarschaftshilfe aufzubauen. Diese Fragen sollten sich dabei gestellt werden:

  • Gibt es Mitstreiterinnern und Mitstreiter, die ein ähnliches Ziel haben?
  • Ist der Bedarf an der jeweiligen Stelle gegeben oder gibt es gegebenenfalls bereits bestehende Projekte, die das gleiche Ziel verfolgen?
  • Wie soll die Zusammenarbeit organisiert werden?
  • Stehen ausreichend Freiwillige zur Verfügung, um die Ziele in die Tat umzusetzen?
  • Gibt es Ansprechpartner, die das Anliegen unterstützen?
  • Gibt es vergleichbare Initiativen, von denen man bereits lernen kann?
  • Sind Örtlichkeiten vorhanden, um sich treffen zu können?
  • Gibt es Kooperationspartner, die das Vorhaben unter anderem auch finanziell mittragen können?

Gerade rechtliche Aspekte sollten bei Nachbarschaftshilfe nicht vergessen werden. Es gibt rechtlich zwar keine klare Grenze, die genau definiert, wo Nachbarschaftshilfe aufhört und Schwarzarbeit anfängt, doch einige Faktoren sind richtungsweisend. Vor allem im kleinen Rahmen beispielsweise beim Füttern der Nachbarskatze, kleineren Renovierungsarbeiten oder Einkaufsbesorgungen können durchaus kleinere Aufwandsentschädigungen fließen. Doch hier steht die Hilfsbereitschaft im Vordergrund. Nachbarschaftshilfe wird dann tendenziell illegal, wenn Dienstleistungen auf regelmäßiger Basis erfolgen oder im großen Stil betrieben werden. Doch der Umsatz steht beim eigentlichen Grundgedanken der Nachbarschaftshilfe in keiner Weise im Fokus – es geht um Zusammenhalt und soziales Miteinander und das ist jetzt wichtiger denn je.

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