Ratgeber
Das ändert sich für Verbraucher im März

Grenzenloses Streaming, eCall, steigende Zigarettenpreise, Erhöhung von Mindestlöhnen und einiges mehr: Auf deutsche Verbraucher kommt im März die eine oder andere (Ver-)Änderung zu. Wir erklären, welche neuen Regelungen und Gesetze in Kraft treten.

Mittwoch, 28.02.2018, 16:02 Uhr

Grenzenloses Streaming ist in der EU ab dem 20. März möglich.
Grenzenloses Streaming ist in der EU ab dem 20. März möglich. Foto: dpa

„Dieser Inhalt ist in Ihrem Land nicht verfügbar.“ Jeder, der schon mal während eines Urlaubes oder eines Aufenthalts im Ausland unbedingt wissen wollte, wie seine Lieblingsserie weitergeht, kennt diesen Satz. Auch deutsche Fußballfans, die sich nicht in ihrem Heimatland aufhielten, konnten bislang nicht die Bundesligapartien ihres Vereins  verfolgen. Das soll sich aber ab dem 20. März ändern. Dann fällt nämlich das sogenannte Geoblocking, eine Technik zur regionalen Sperrung von Internetinhalten durch die Anbieter, innerhalb der EU weg - zumindest für Streaming Dienste.

In einer Pressemitteilung schreibt der Rat der Europäischen Union dazu: „Reisende in der EU müssen künftig nicht mehr auf Online-Dienste wie Filme, Sportberichte, Musik, E-Books oder Spiele verzichten, für die sie zu Hause bezahlt haben. Zusammen mit der Abschaffung der Roaming-Gebühren ist dies ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem digitalen Binnenmarkt, der allen zugutekommt.“

Ungeklärte Frage

Konkret bedeutet das: Netflix, Amazon Prime, Sky Go, Spotify und Co. müssen ihren Kunden auch dann Zugang zu ihren Inhalten gewähren, wenn diese sich im Urlaub befinden oder sich vorübergehend im Ausland aufhalten. Wie lange ein Auslandsaufenthalt als vorübergehend gilt, hat das EU-Parlament allerdings nicht genauer festgelegt. Dauerhafte Abonnements von ausländischen Streaming-Angeboten sind für einen deutschen Kunden aber weiterhin nicht möglich.

Um festzustellen, aus welchem Land der Kunde kommt, überprüfen die Anbieter beispielsweise die IP-Adresse, IBAN, Kreditkarte oder den Ausweis des Kunden und schalten dann den gewünschten Inhalt frei. Es könnte auch sein, dass die Streaming Dienste zukünftig nach einer gültigen Kontaktadresse ihrer Kunden fragen, um herauszubekommen, wo der Kunde sein Abo abgeschlossen hat. Dabei müssen sich die Anbieter aber immer an die Datenschutzvorschriften der EU halten.

Zugriff auf Mediatheken 

Wer jetzt denkt, dass das Geoblocking bei allen Mediatheken und Diensten aufgehoben ist, der irrt. Denn das Geoblocking fällt nur bei bezahlten Diensten weg. Bei kostenfreien Mediatheken wie etwa die von ProSiebenSat1, die RTL-Videothek TVNow oder das Angebot von ARD und ZDF bleibt die regionale Sperrung der Inhalte weiterhin bestehen - es fehlen schlichtweg Informationen zum Heimatland der Nutzer.

Allerdings sind viele Filme und Serien der Öffentlich-Rechtlichen - ausgenommen sind Liveübertragungen von Fußballspielen - auch jetzt schon im Ausland verfügbar. Zudem kann man zum Beispiel auch die kostenfreie Spotify-Variante für 14 Tage im Ausland nutzen.

Weitere Änderungen

Der Wegfall des Geoblockings bei Streaming Diensten ist allerdings nicht die einzige Neuerung, die auf die deutschen Verbraucher ab März zukommt:

- Ab Anfang des Monats werden viele Zigarettenmarken wie Malboro, L&M und Chesterfield teurer oder reduzieren den Inhalt ihrer Zigarettenpackungen.

- Der Nachnahme-Service bei der Post wird neu geregelt - die Aufteilung zwischen Nachnahmeentgelt und Übermittlungsgebühr fällt zugunsten einer einzelnen Gebühr weg.

- Etwas angehoben wird der Mindestlohn im Baugewerbe, Dachdeckerhandwerk und für Personal in der Gebäudereinigung.

- Änderungen gibt es im Urheberrecht für die Nutzung geschützter Werke aus Forschung und Bildung.

- Für Roller, Mofas und Mopeds bis 50 Kubikzentimeter sowie E-Bikes und Pedelecs, die schneller als 25 Km/h fahren, gilt nur noch das neue blaue Versicherungskennzeichen - nicht mehr die schwarze Plakette.

- Der sogenannte eCall, ein integriertes Notrufsystem in Autos, wird ab dem 31. März für alle Neufahrzeuge Pflicht.

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