Technik
Elektrische Anlagen in Unternehmen: Sicherheitsprüfungen durchführen!

Es ist nicht jedem bewusst, aber wichtig: Elektrische Geräte in der Firma oder auf der Baustelle müssen aus Sicherheitsaspekten regelmäßig von Fachpersonal geprüft werden. Werden die Prüfungen nicht durchgeführt, kann das im Schadensfall teuer werden.

Dienstag, 09.10.2018, 11:55 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 09.10.2018, 04:47 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 09.10.2018, 11:55 Uhr
Technik: Elektrische Anlagen in Unternehmen: Sicherheitsprüfungen durchführen!
Wer seine Infrastruktur nicht regelmäßig warten lässt, setzt seine unternehmerische Existenz aufs Spiel. Foto: Unsplash, 1061399, rawpixel

Auch Kleingeräte sind betroffen

Die wiederkehrende Prüfung von elektrischen Geräten muss gemäß den Vorschriften der gesetzlichen Unfallversicherung ( DGUV ) durchgeführt werden. Das betrifft auch das Radio am Schreibtisch, ebenso die Kaffeemaschine in der Büroküche. Die Geräte zählen zu den elektrischen Betriebsmitteln, die gemäß der DGUV-Vorschrift 3 regelmäßig auf ihre Tauglichkeit hin geprüft werden müssen. Dabei ist es gleichgültig, ob diese Kleingeräte Produktionsmittel sind oder nicht. Die Regelung gilt sowohl für ortsfeste Geräte als auch für solche, die aufgrund ihrer Handlichkeit und ihres geringen Gewichts ortsveränderlich sind.

Wiederkehrende Prüfungen nach DGUV-Vorschriften sind auch für schweres Gerät vorgesehen, zum Beispiel für Krane, Hebezeuge und Lastaufnahmemittel. Prüfen dürfen nur herstellerunabhängige, zertifizierte Unternehmen, gemäß der gültigen Normen und Vorschriften. Für Betriebsmittel auf dem Bau gelten deutlich verkürzte Prüffristen, da sie besonders stark beansprucht werden und der Witterung widerstehen müssen.

Prüfungen vor Ort

Werden die Prüfungen seitens der Unternehmen vernachlässigt, kann das teuer werden. Kontrolliert wird die Durchführung der Prüfungen von den Berufsgenossenschaften. Stellen sie einen Verstoß fest, sind die beanstandeten Betriebsmittel sofort nach mündlicher Anordnungen aus dem Verkehr zu ziehen. Und das ist noch nicht alles: Im Normalfall erhält der betroffene Unternehmer eine Frist von vier oder fünf Wochen, in denen er den Mangel nachbessern muss. Geschieht dies nicht, wird der Bußgeldkatalog der DGUV zu Rate gezogen – es drohen Strafen von bis zu 10.000 Euro.

Kommt es durch nicht durchgeführte regelmäßige Prüfungen zu Bränden oder Unfällen mit Personenschaden, ist der Unternehmer voll regresspflichtig. Entsteht ein noch größerer Schaden, etwa durch ein Feuer nach einem Kurzschluss, kann das die unternehmerische Existenz vernichten.

Befähigte Fachkräfte, Dokumentation und Prüfungsintervalle

Die wiederkehrenden Prüfungen sind laut den technischen Regeln zur Betriebssicherheit nur von einer Person durchzuführen, die eine entsprechende berufliche Qualifikation besitzt: zum Beispiel als Automatisierungs-, Elektro- oder Telekommunikationstechniker – oder durch eine andere, für die anstehenden Prüfaufgaben geeignete Ausbildung.

Die Prüfung selbst muss ausreichend dokumentiert werden: Zu den Eckdaten gehören der Name des Prüfers sowie Datum, Ergebnis, Messwerte, Umfang, Standort sowie die Messgeräte, die bei der Prüfung zum Einsatz kamen.

Ortsfeste Anlagen und Betriebsmittel auf dem Bau müssen nach DGUV-Vorgaben jährlich, ortsveränderliche Betriebsmitteln alle drei Monate geprüft werden. Sind die Geräte besonders hohen Beanspruchungen ausgesetzt, kann sich die Zeit zwischen den Prüfungen deutlich verkürzen: Geprüft werden muss dann wöchentlich, mitunter sogar täglich.

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