Technik
Funkloch-Studie Münsterland: Insbesondere Finanz-Dienstleister und Trader sind betroffen

Langsamer Aufbau von Webseiten, Abbruch der Mobilfunkverbindung, keine Möglichkeit zu telefonieren: Die Mobilfunknetze vieler Anbieter lassen die Nutzer im Münsterland unbefriedigt zurück. Gerade in ländlichen Regionen kann dies für Privatpersonen und Unternehmen ein Problem darstellen. Die Funkloch-Studie Münsterland soll jetzt klären, wie gut die Verbindungen in der Region wirklich sind. Besonders Firmen im Finanzsektor, sowie Trader sind von solchen Funklöchern betroffen.

Mittwoch, 08.01.2020, 15:40 Uhr aktualisiert: 08.01.2020, 15:45 Uhr
Technik: Funkloch-Studie Münsterland: Insbesondere Finanz-Dienstleister und Trader sind betroffen
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Funkloch-Studie Münster

Mit der Studie soll geprüft werden, inwieweit das Mobilfunknetz im Münsterland tatsächlich den Versprechen der Mobilfunk-Unternehmen entspricht. Bereits jetzt steht fest, dass die deutschlandweit beworbenen Datengeschwindigkeiten (die Telekom spricht von 300 Mbit/s, die Telefonica von 225 Mbit/s und Vodafone gar von 500 Mbit/s) von den Firmen in vielen Fällen nicht eingehalten werden.

Im Münsterland wurden daher für die Studie bereits 6.000 Unternehmen aus der Region nach ihren Erfahrungen mit der Qualität der Verbindungen befragt. Denn Unternehmen sind in besonderem Maße betroffen: Wenn die Verbindungen zu langsam sind oder gar abbrechen , dann schlägt sich dies vor allem auf Umsatz und Gewinn nieder. Mobile Breitbandverbindungen werden im Zuge der Digitalisierung zu einem immer wichtigeren Standortfaktor. Insbesondere im Finanzsektor ist dies der Fall: Trading wird inzwischen meist online geregelt und mithilfe von Funktionen wie einem Demokonto  können selbst unerfahrene Kunden sich den Einstieg in die Materie erleichtern. Diese Konten erlauben nämlich zunächst das Üben von Investitionsstrategien, ohne dabei echtes Geld zu riskieren, und bieten außerdem häufig auch Zugänge zu Experten-Analysen oder Webinaren an. Auch erfahrene Trader haben mit einem Demokonto die Möglichkeit, anhand von Handels-Simulationen, ihre Taktiken zu verfeinern. Die Folge ist eine immer größere Zahl an Anlegern im Internet. Hier spüren die Firmen sofort, wenn es aufgrund von Funklöchern zu Ausfällen bei Investitionen kommt. Auch Banken wie die Volksbanken und Sparkassen im Münsterland sind hiervon betroffen, weil diese auf schnelle und zuverlässige Internetverbindungen für beinahe alle ihre Geschäfte angewiesen sind. Ist das Internet weg, so kann in der Filiale nur schlecht bis gar nicht gearbeitet werden. Und auch Firmen wie die Finanz Informatik GmbH & Co. KG in Münster, welche Finanz- und EDV-Beratung anbietet, sind auf eine gute digitale Infrastruktur angewiesen.

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Verbesserungen durch Netzanbieter nötig

Doch was können die Netzanbieter unternehmen, um die Verbindungen zu verbessern und Tradern sowie Finanzunternehmen eine positivere Erfahrung bezüglich des Mobilfunks zu bieten? Zum einen wird ein Ausbau der Funkmasten gerade auf dem Land dringend benötigt. Bestehende Netze sind in ländlichen Regionen deutschlandweit oft nur spärlich ausgebaut, eine große Zahl an Verbrauchern muss sich hier oft einen einzigen Funkmast teilen - dementsprechend langsam sind die Verbindungen und das Netz. Für das Trading mehr als suboptimal.

Im zweiten Schritt müssen die Anbieter neue Technologien wie 5G möglichst bald auch außerhalb von Städten anbieten, um den schnellen Finanzhandel von überall aus zugänglich zu machen. Allerdings wird das deutsche 5G-Netz erst im nächsten Jahr an den Start gehen - und erneut könnten ländliche Regionen erst später davon profitieren als Großstädte wie Berlin und Frankfurt. Die gute Nachricht: Dank Initiativen wie der Funkloch-Studie Münsterland können Privatinvestoren und Firmen in der Region an einem Strang ziehen, um Probleme aufzudecken und schneller beheben zu lassen. Schon bald könnte das Versprechen des flächendeckenden schnellen Internets also erfüllt werden, wovon Anleger profitieren würden. Dass schlechte Verbindungen ein deutschlandweites Problem sind, zeigt auch eine neue Bitkom-Karte, welche 1.292 Funklöcher in der Bundesrepublik verzeichnet .

Fazit

Die Funkloch-Studie Münsterland deckt Probleme bei den Mobilfunkverbindungen in der Region auf. Nicht nur Privatpersonen, sondern insbesondere Finanzunternehmen und private Anleger sind von schlechter Verbindungsqualität betroffen. Die Lösungen sind eine größere Zahl von Funkmasten sowie der Ausbau des 5G-Netzes ab dem nächsten Jahr.

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