Nach Hitze und Dürre
Naturschützer starten neue Vogelzählung

Der Nabu ruft zu einer neuen Vogelzählung auf. Damit startet zum 15. Mal die Aktion «Stunde der Gartenvögel». Diesmal soll besonders die Amsel in den Blick genommen werden. Der trockene Sommer 2018 könnte der Population sehr zugesetzt haben.

Donnerstag, 09.05.2019, 12:11 Uhr aktualisiert: 09.05.2019, 12:16 Uhr
Am 10. Mai beginnt die Vogel-Zählaktion «Stunde der Gartenvögel» des Nabu. Bis Sonntag sind Naturfreunde aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel im heimischen Garten zu zählen und zu melden.
Am 10. Mai beginnt die Vogel-Zählaktion «Stunde der Gartenvögel» des Nabu. Bis Sonntag sind Naturfreunde aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel im heimischen Garten zu zählen und zu melden. Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Berlin (dpa) - Was bedeutet mehr Trockenheit für die heimischeVogelwelt? Antworten erhofft sich der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) von der traditionellen Zählaktion «Stunde der Gartenvögel»:

Vom Freitag bis Sonntag sind Naturfreunde aufgerufen, eine Stundelang die Vögel im Garten oder Park zu zählen und ihre Ergebnisse zumelden. Das soll Hinweise auf die Entwicklung der Bestände geben. ImFokus steht die Amsel, die als am weitesten verbreiteter GartenvogelDeutschlands gilt.

«Wir erwarten unterschiedliche Auswirkungen auf die einzelnenVogelarten» sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. «So hattenHaussperlinge 2018 offenbar gute Bruterfolge, weil durch das warmeWetter keine Jungvögel an Unterkühlung sterben konnten undvergleichsweise viele Insekten zu finden waren.» Amsel undSingdrossel, die sich Schnecken und Würmer am liebsten im feuchtenBoden suchen, hätten dagegen wohl kein gutes Jahr gehabt.

Der Sommer 2018 gilt für Amseln noch aus einem anderen Grund alsKatastrophe. Durch die langanhaltende Wärme konnte sich das tödlicheUsutu-Virus, das durch Stechmücken übertragen wird, in fast ganzDeutschland verbreiten. Vor allem im Norden fielen nach Nabu-Angabengroßen Teile der Amselpopulation der Krankheit zum Opfer. Die «Stundeder Gartenvögel» soll deshalb auch zeigen, wie sich das Virus auf dieBestände in einzelnen Regionen Deutschlands auswirkt.

Die «Stunde der Gartenvögel» findet zum 15. Mal statt und ist nachNabu-Angaben Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion.2018 beteiligten sich rund 57.000 Menschen und meldeten Vögel aus37.000 Gärten und Parks. Unter der Internet-Adressewww.vogeltrainer.de stellt der Nabu 15 häufige Gartenvögel zumbesseren Erkennen vor.

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