Tag der Katze
K-A-T-Z-E: Eine Erkundung nach Buchstaben zum Weltkatzentag

Sie ist Deutschlands beliebtestes Haustier und bleibt dennoch rätselhaft: die Katze. Zum Internationalen Tag der Katze eine durchbuchstabierte Faktensammlung - von K wie Kralle bis E wie Einzelgänger.

Donnerstag, 08.08.2019, 04:35 Uhr
Sie ist Deutschlands beliebtestes Haustier und bleibt dennoch für viele ein rätselhaftes Wesen: Die Katze.
Sie ist Deutschlands beliebtestes Haustier und bleibt dennoch für viele ein rätselhaftes Wesen: Die Katze. Foto: Martin Schutt

Berlin (dpa) - Jeder vierte Haushalt in Deutschland ist auch das Heim einer Katze. Sie ist der liebste tierische Mitbewohner hierzulande - vor allem von Singles und Senioren. Die Katze durchbuchstabiert:

K wie Krallen:

Sie bestehen aus demselben Keratin wie menschliche Fingernägel, aber sie bleiben immer scharf. Die Natur hat gleich zwei Mechanismen entwickelt, die eine Abnutzung verhindern. Beim Laufen etwa ziehen die Tiere ihre Krallen ein - sie sind dann wie ein Handy in einer Tasche geschützt. Außerdem bestehen die Krallen im Gegensatz zu Nägeln aus zwei unterschiedlich harten Schichten. Die obere harte Schicht wächst schneller als die weiche, wodurch sich die Kralle nach unten biegt. Wenn die Katze etwa am Kratzbaum die untere weiche Schicht feilt, bleibt vorne eine kleine Spitze der harten Schich t. Diese verleiht der Katzenkralle ihre Schärfe, erläutert Max-Planck-Wissenschaftler Joscha Liedtke . Die so entstehende Krümmung erklärt auch, warum Katzen zwar sehr gute Kletterer sind, aber kopfüber nicht wieder vom Baum runterkommen: Die Krallen sind dafür falsch herum gebogen.

A wie Andrew Lloyd Webber, der mit seinem Musical «Cats» Millionen Besucher in mehr als 30 Ländern begeistert hat.

Er setzte Texte des englischen Dichters T. S. Elliot musikalisch um und brachte 1981 die Geschichte um einen nächtlichen Katzenball zunächst in London auf die Bühne. Die tierischen Vorbilder der Hauptfiguren Grizabella und Macavity hätten daran allerdings wohl kaum Vergnügen: Katzen haben ein ganz anderes Musik-Empfinden, sagt Psychologie-Professor Charles Snowdon . Sie genießen Klänge, die der Frequenz des Katzenschnurrens ähneln - etwa 1200 Schläge pro Minute. Das Gehör von Katzen gilt zudem als hypersensibel - sie nehmen weitaus höhere Tonlagen wahr als Menschen.

T wie Transponder:

Der reiskorngroße Mikrochip zur Identifizierung kann vom Tierarzt auch ohne Narkose implantiert werden, versichert der Deutsche Tierschutzbund. Die so markierte Katze sollte man kostenlos im Heimtierregister des Verbandes eintragen lassen. Gerät sie auf Abwege, kann ihr rechtmäßiger Halter schnell identifiziert werden. Eine Kennzeichnung ist auch mittels Tätowierung möglich, was aber als weniger sicher gilt und zudem für das Tier mit Schmerz oder einer Betäubung verbunden ist. Tierschützer fordern eine Registrierungspflicht, um so illegalen Tierhandel und Aussetzungen zu bekämpfen.

Z wie Zecken:

Die Parasiten können Katzen und ihren Besitzern durch übertragene Krankheitserreger gefährlich werden und sollten deshalb so schnell wie möglich mit einer speziellen Zange entfernt werden, empfehlen Tierärzte. Die insgesamt etwa 30.000 Veterinäre in Deutschland erwirtschaften laut Statistik mehrheitlich zwischen 100.000 und 300.000 Euro Jahreseinkommen - dazu tragen die für jedes Tier dringend empfohlenen jährlichen Impfungen gegen Katzenschnupfen und -seuche ebenso bei wie Vorsorgeuntersuchungen, Kastrationen oder Wurmkuren. Der Haustierversicherungsanbieter Agila rechnet allein für die Vorsorge mit 60 Euro pro Jahr und Tier.

E wie Einzelgänger: Katzen haben einen Ruf als Individualisten - tatsächlich aber entwickeln sie in den ersten Wochen nach der Geburt ein ausgeprägtes soziales Bewusstsein, haben Forscher nachgewiesen. Gibt es in dieser entscheidenden Lebensphase viel Kontakt zu Menschen, wird das zutrauliche Verhalten zum Wesenszug. Laut Tierschutzbund leben wilde Katzen und insbesondere geschlechtsreife Kater in der Regel auch deshalb alleine, um die vorhandene Beute im Revier für sich alleine zu beanspruchen. Tiere, die von Menschen versorgt werden, aber sich auch in der Natur frei bewegen können, schlössen sich hingegen häufig in kleineren Gruppen zusammen, weil Futterneid für sie keine überlebenswichtige Rolle spiele.

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