Tourismus
EU-Bericht: Fast überall gutes Badewasser in Deutschland

Brüssel (dpa) - Die Badesaison kann kommen: Die Wasserqualität an Küsten, Seen und Flüssen Europas ist meist gut. Das zeigt ein europaweiter Bericht. In Deutschland ist an 13 Badeplätzen Vorsicht geboten.

Dienstag, 27.05.2014, 14:18 Uhr aktualisiert: 27.05.2014, 15:19 Uhr

An fast allen Badestellen an deutschen Flüssen, Seen und Küsten ist der Sprung ins Wasser unbedenklich. Die Wasserqualität von 97 Prozent der Badeplätze bundesweit ist passabel bis ausgezeichnet. Das geht aus einem Bericht der Europäischen Umweltagentur in Kopenhagen hervor, der am Dienstag (27. Mai) in Brüssel veröffentlicht wurde. Europaweit erfüllten mehr als 94 Prozent der Badeorte die Mindestanforderungen.

Die beste Wasserqualität wiesen die Mittelmeerinsel Zypern und Luxemburg auf. Hier wurden an allen Badestellen hervorragende Werte gemessen. Dichtauf lag die Insel Malta.

An den beliebten Urlaubsstränden der Mittelmeerländer können sich Wasserratten in den meisten Fällen zumindest auf befriedigende Gewässerqualität verlassen. In Griechenland sind 99,2 Prozent der Küstenbadestellen in Ordnung, in Spanien 96,9 Prozent, in Italien 96,6 Prozent und in Frankreich 94,1 Prozent. In Deutschland haben 97,3 Prozent der 367 untersuchten Meeresstrände passable bis hervorragende Wasserqualität.

Hierzulande der Anteil von Badeplätzen hervorragender Wasserqualität bei 89,9 Prozent. Die Daten stammen aus dem Jahr 2013, gegenüber dem Vorjahr legte Deutschland um zwei Prozentpunkte zu. Bei 13 Badestellen bundesweit wurde die Wasserqualität als schlecht bewertet:

Berlin:

Badestelle Kleine Badewiese (Unterhavel)

Bayern:

Strand am Sander See in Sand am Main

Strand Kleinostheim in Mainaschaff (Mainparksee)

Schleswig-Holstein:

Kurstrand Laboe (Ostsee)

Strand in Stein (Ostsee)

Badestelle Fleckeby (Schlei)

Badestelle Netzetrockenplatz in Schleswig (Schlei)

Niedersachsen:

Freibad an der Ems in Jemgum

Hessen:

Perfstausee in Breidenstein

Baden-Württemberg:

Finsterroter See in der Gemeinde Wüstenrot

Rheinauer See bei Mannheim-Rheinau

Strandbad Eriskirch (Bodensee)

Saarland:

Strand am Campingplatz Siersburg (Nied)

Bestimmt wurde die Wasserqualität über die gefundene Menge zweier im Darm vorkommender Bakteriengruppen: Escherichia coli (E. coli) und Enterokokken. Sie deuten auf Verunreinigungen durch Fäkalien hin.

Verdrecktes Badewasser ist ein Reisemangel

Ist das Badewasser am Urlaubsort massiv verdreckt, liegt ein Reisemangel vor. Urlauber können von ihrem Veranstalter eine Minderung des Reisepreises verlangen, erklärt der Reiserechtler Paul Degott. Das gilt jedoch nur, wenn Baden aufgrund der Verschmutzung überhaupt nicht möglich ist. Ist das Wasser zum Beispiel nur durch Algen verschmutzt, Baden aber möglich, muss der Reisende das hinnehmen, ohne Ansprüche an den Reiseveranstalter stellen zu können. Ansprechpartner bei Problemen ist laut Degott immer der Reiseleiter vor Ort. Er muss gegebenenfalls Abhilfe schaffen, zum Beispiel, indem er die Urlauber per Bus an einen Strand mit sauberem Wasser fährt.

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