Umwelt
Umfrage von Swiss Life Select zu Extremwetter: Deutsche unterschätzen Gefahren

Alle Welt schaute auf die USA und die Karibik: Millionen Einwohner kämpften mit zwei der schwersten Naturkatastrophen der vergangenen Jahre. Die Region ist Wirbelstürme gewohnt und hat viel in den Katastrophenschutz investiert. Doch Hurrikan Harvey mit seinen Rekordniederschlägen übertraf in Houston alle Befürchtungen, Hurrikan Irma zog durch die Karibik und über Florida hinweg und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Aktuell bedroht Hurrikan Maria die Region. Außergewöhnlich starke Wetterereignisse gab es in den letzten Jahren auch in Deutschland. Fühlen sich die Deutschen gewappnet? Lesen Sie hier, wie sie Extremwetterereignisse einschätzen.

Dienstag, 17.10.2017, 04:10 Uhr

Umwelt: Umfrage von Swiss Life Select zu Extremwetter: Deutsche unterschätzen Gefahren
Foto: pixabay.com/Hans; CC0 Creative Commons

Klimawandel: Extremwetterereignisse häufen sich

Experten sind sich einig, dass der Klimawandel zu häufigeren Extremwettersituationen führt, die Auswirkungen sind deutlich zu spüren. 2016 war eines der schadenreichsten Jahre überhaupt, wie die Jahresauflistung des Rückversicherers Munich Re belegt. Die fünf teuersten Naturkatastrophen im vergangenen Jahr waren drei Überschwemmungen, der Hurrikan Matthew in den USA und der Karibik sowie ein schweres Erdbeben in Japan.

Milliardenschäden durch Überschwemmungen

Die großen Überschwemmungen im Jahr 2016 richteten Milliardenschäden an: Im Süden der USA beliefen sich die Schäden auf zehn Milliarden US-Dollar. In Europa, insbesondere in Frankreich und Deutschland gab es Starkregen mit Sturzfluten und Überschwemmungen, die zu einem Gesamtschaden von sechs Milliarden Dollar (fünf Milliarden Euro) führten. 47 Prozent dieser Schäden waren nicht versichert. In China verursachten Überschwemmungen sogar Schäden von 20 Milliarden Dollar. Auch 2017 war Deutschland wieder betroffen: Die Serie von Unwettern im Sommer, mit Starkregen von bis zu 200 Litern pro Quadratmeter in 24 Stunden, verursachte durch Überschwemmungen und Sturm Schäden von über einer halben Milliarde Euro.

Swiss Life Select : Deutsche unterschätzen Risiko

Trotz der großen Schäden in den vergangenen Jahren schätzt die Mehrheit der Deutschen die Wahrscheinlichkeit gering ein, dass sie von solchen Extremwetterereignissen direkt getroffen werden. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Versicherungskonzerns Swiss Life. Danach halten 54 Prozent Starkregenschäden an ihrem Gebäude oder Hausrat für nicht oder eher nicht wahrscheinlich. 76 Prozent sagen das über Hochwasserschäden, und 67 Prozent glauben nicht, dass sie von Rückstauschäden durch eine überlastete Kanalisation betroffen sein könnten. Umso wichtiger ist für Hausbesitzer das Gespräch mit Beratern, die die Versicherungssituation ganzheitlich betrachten. Diesen Ansatz verfolgt beispielsweise Swiss Life Select.

Versicherungsschutz gegen Extremwetterschäden

Nur wenige Deutsche versichern sich gegen Gefahren durch Extremwetterereignisse . Eine für die deutsche Bevölkerung repräsentative Umfrage von Swiss Life Select belegt, dass 22 Prozent der Befragten eine Gebäudeversicherung gegen Elementarschäden haben, 29 Prozent sind über ihre Hausratversicherung zusätzlich gegen Elementarschäden versichert. Ein Grund für die Zurückhaltung könnte Unkenntnis sein: Viele glauben, dass die übliche Gebäude- oder Hausratversicherung Hochwasser- und Starkregenschäden abdeckt – das ist aber nicht der Fall. Damit die Versicherung für solche Schäden aufkommt, müssen Versicherte eine Zusatzversicherung abschließen.

So teuer kann ein Gewitter werden

Ein vollgelaufener Keller eines 80 Quadratmeter großen Hauses kostet im Durchschnitt 7.000 Euro für die Sanierung, ein abgedecktes Dach eines 120 Quadratmeter großen Hauses kann 10.000 Euro kosten. Ähnlich ist die Versicherungslage übrigens bei den Autoversicherungen, wie Swiss Life Select bei der Veröffentlichung der Studie betont: Eine normale Voll- oder Teilkaskoversicherung übernimmt zwar Schäden durch Überschwemmung, Sturm und Hagel. Schäden durch Schnee- und Eislawinen und Abgänge von Geröll- und Schlammmassen sind aber nicht abgedeckt, sie müssen in der Kfz-Versicherung zusätzlich versichert werden.

Wetter unberechenbar

Das Tückische an den Extremwetterereignissen ist, dass zunehmend auch Regionen erfasst werden, die Hochwasser oder extreme Wetterlagen nicht kannten. Im letzten Herbst war es das Sturmtief „Herwart“, Mitte Januar nun „Friederike“: Es sind schwere Stürme mit Orkanböen, die immer öfter über Europa und Deutschland hinwegziehen. Allein Friederike fielen bundesweit acht Menschen zum Opfer. Bei Windböen von über 100 Stundenkilometern wurden zahlreiche Bäume entwurzelt, der Bahnverkehr wurde deutschlandweit eingestellt und viele Häuser und Fahrzeuge wurden in Mitleidenschaft gezogen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft beziffert den Sachschaden, den dieser Sturm hervorrief, auf etwa eine halbe Milliarde Euro. Fühlen sich die Deutschen gewappnet? Die überwiegende Zahl der Elementarschäden (knapp 95 Prozent) treten heutzutage nach Angaben von Swiss Life Select in Gebieten außerhalb der besonders gefährdeten Regionen auf, in denen statistisch gesehen zum Beispiel höchstens einmal in hundert Jahren mit einem Hochwasser zu rechnen ist. 

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