Umwelt
Nachhaltigkeit durch Online-Shopping - Wie Händler, Kunden und Logistiker für mehr Umweltschutz sorgen

Der Online-Handel wächst Jahr für Jahr. Das merken vor allem die Paketzusteller der Deutschen Post sowie anderer Logistikdienstleister. Bei all den Paketen, die verpackt und transportiert werden, stellt sich jedoch die Frage nach der Nachhaltigkeit. Denn schließlich fällt dabei eine Menge Verpackungsmüll auch ein hoher CO2-Ausstoß an. In der Realität stellt sich die Sachlage allerdings deutlich anders dar.

Umwelt: Nachhaltigkeit durch Online-Shopping - Wie Händler, Kunden und Logistiker für mehr Umweltschutz sorgen
Foto: Colourbox.com

Weniger CO2-Ausstoß als gedacht

Der größte Kritikpunkt am Online-Handel besteht in der explodierenden Menge an Paketen, die per Lkw, mit der Bahn oder den Zustellfahrzeugen transportiert werden müssen. Dadurch erhöhe sich der CO2-Ausstoß massiv, so die Kritiker. Wie eine Studie des Deutschen Clean Tech Instituts zeigt, ist die CO2-Bilanz in Bezug auf die Transportwege aber deutlich besser als angenommen. Das liegt schlicht an der Masse an Paketen, die zusammen transportiert wird. Somit sinkt der Anteil des CO2-Ausstoßes pro Paket auf ein Minimum.

Während sich der Spritverbrauch eines Zustellfahrzeugs auf einer täglichen Tour von 50 Kilometern in der Stadt beispielsweise auf 150 Pakete verteilt, fällt ein ähnlicher Spritverbrauch auch für einen samstäglichen Shopping-Trip in die nächste Innenstadt an. Der Unterschied besteht also darin, dass die CO2-Emission des privaten Shopping-Trips lediglich für das Shopping-Vergnügen einiger weniger Personen anfällt. In Zukunft könnten die Emissionen pro Paket sogar noch weiter sinken, denn die Deutsche Post stellt ihre Fahrzeugflotte derzeit auf die elektrisch betriebenen Streetscooter um, die ohne CO2- und Lärmemissionen auskommen.

Was Versandhändler Nachhaltigkeit tun können

Um dem Verpackungsmüll und damit zusätzlichen Schadstoffemissionen entgegenzuwirken, setzen nachhaltige Versandhändler für den Versand bereits auf gebrauchte Kartons. Eine Maßnahme, die nach einer repräsentativen Befragung des ECC Köln im Jahr 2013 rund 87 Prozent der 1.017 befragten Online-Shopper begrüßen. Weitere Maßnahmen, die nachhaltige Versandhändler bereits umsetzen, sind der Verzicht auf ausgedruckte Rechnungen und Plastikversandtaschen für eben jene Rechnungen sowie der Einsatz von Polstermaterialien aus Recyclingpapier anstelle von Kunststoffen. Ein weiterer Faktor ist der potenziell geringere Energieverbrauch pro verkauftem Produkt. Während ein Ladengeschäft mit begrenzter Ausstellungsfläche nämlich aufwendig beheizt und beleuchtet werden muss, kommt ein großes Warenlager hingegen mit vergleichsweise geringen Energiekosten pro Produkt aus.

Bewusstes Bestellen für mehr Nachhaltigkeit

Letztendlich ist es auch unsere Verantwortung, die einen Einfluss auf die Nachhaltigkeit des Online-Handels hat. Exemplarisch ist dabei die Reduktion unnötiger Transportwege durch die Zusammenfassung von Bestellungen, sodass nicht jedes Teil im Abstand von ein paar Tagen einzeln bei einem anderen Händler bestellt wird und ebenfalls einzeln auf den Transportweg geht. Wer also zusammen mit Freunden und Bekannten bei einem bestimmten Händler bestellt, trägt ebenso zur Nachhaltigkeit bei, wie derjenige, der seine eigenen Bestellungen konzentriert. Ähnlich sieht es im Übrigen hinsichtlich der Vermeidung von Retouren aus. Wer nachhaltig handeln will, sollte also beispielsweise seine Kleidergröße kennen und dasselbe Kleidungsstück nicht pro forma in drei Größen und vier verschiedenen Farben bestellen.

Unter dem Strich profitiert aber nicht nur die Umwelt durch Ressourcenschonung und geringere Emissionen. Die Win-Win-Situation betrifft, nämlich auch den Kunden durch die riesige Auswahl und die Bequemlichkeit beim Online-Shopping sowie den Händler, der sich durch sein Engagement über gute Geschäfte freuen kann.

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