Sonderveröffentlichung

Klimaschutz nicht schnell genug
So steht es um das Klimapaket der Bundesregierung

Auch im Jahr 2020 wird sich die deutsche Politik weiterhin mit den Themen Klimawandel und Klimaschutz beschäftigen müssen. Die Ziele, die sich Deutschland bis Anfang des Jahres 2020 gesetzt hat, sind nicht eingehalten worden. Dennoch bleibt die Erwartungshaltung der Bevölkerung für die Zukunft unverändert. Der große Plan ist, dass Deutschland bis zum Jahr 2050 klimaneutral wird. Um dies zu schaffen, müssten jedoch die Zwischenziele erfüllt werden.

Mittwoch, 29.01.2020, 15:18 Uhr aktualisiert: 29.01.2020, 15:28 Uhr
Klimaschutz nicht schnell genug: So steht es um das Klimapaket der Bundesregierung
Foto: pixabay.com

Aktionsprogramm Klimaschutz 2020

Schon im Jahr 2002, damals noch unter der rot-grünen Regierung mit Kanzler Gerhard Schröder , wurde das Jahr 2020 als großes Ziel bestimmt, um einen deutlichen Wandel in der deutschen Klimapolitik und in anderen Bereichen erreicht zu haben.

Bis zum Jahr 2020 sollten die Treibhausgase gegenüber 1990 um 40 Prozent reduziert werden. Obwohl dieses Ziel bereits Anfang der 90er definiert wurde, fand es zunächst keinen Anklang. Bis zum Jahr 2002 reihte sich das 40-Prozent-Ziel in die Serie weiterer Klimaschutzversprechen vergangener Regierungen ein.

Ende 2014 hat das damalige Bundeskabinett dann das   Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 ins Leben gerufen. Die Ziele des Aktionsprogramms sind äquivalent zu dem 40-Prozent Ziel aller Regierungen. Erreicht wurde es bis heute jedoch nicht.

Klimaziele verfehlt

Laut dem   Klimaschutzbericht 2018 geht man in diesem Jahr von einer CO2-Minderung von rund 32 Prozent in diesem Jahr aus. Die restlichen, nicht erreichten 8 Prozent entsprechen einem CO2-Wert von etwa 100 Millionen Tonnen. Das Bundesministerium für Umwelt schätzt, dass diese Lücke ohne das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 deutlich größer ausgefallen wäre. Sie läge etwa bei 12 Prozent.

Trotz aller Bemühungen seitens der Bundesregierung konnten die bis 2020 gesetzten Ziele nicht erreicht werden. Dies wird laut dem BMU durch mehrere Faktoren beeinflusst:

  • Man habe überschätzt, wie viele Tonnen CO2 tatsächlich durch die umsetzbaren Klimaschutzmaßnahmen hätten eingespart werden können. Besonders betroffen sind die Schätzungen im Verkehrssektor.
  • Das reale Wirtschaftswachstum der Bundesrepublik Deutschland ist größer ausgefallen als vorerst prognostiziert.
  • Das Bevölkerungswachstum ist stärker angestiegen als erwartet.

Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaft hat ergeben, dass das 40-Prozent-Ziel wohl   erst im Jahr 2025 erreicht werden kann.

Maßnahmen

Mit dem Beschluss im Jahr 2014 hatte die damalige Bundesregierung ein dickes Paket an Maßnahmen geschnürt, um das angestrebte Ziel umzusetzen. Eines der ganz großen Themen ist die Energiewende mit dem Ausbau erneuerbarer Energien. Obwohl die Bundesregierung die Minderung von CO2 um 40 Prozent nicht erreichen konnte, sieht es hier doch deutlich besser aus.

Der Plan war, dass erneuerbare Energien bis 2020 35 Prozent des Strombedarfs decken kann. Schon im Jahr 2018 wurde allerdings die 38-Prozent-Marke geknackt. Einen großen Teil haben unter anderem auch private Haushalte mit Photovoltaikanlagen dazu beigetragen.

Wer keine Solaranlage kaufen möchte, hat auch die Möglichkeit, diese zu mieten . Von der Planung über den Bau bis hin zum Monitoring und Instandhaltung – alles wird vom Vermieter der Anlage übernommen, um es möglichst simpel zu halten: „Unsere Vision: Die Versorgung mit Solarstrom vom eigenen Dach für jeden so einfach wie möglich machen“, heißt es auf der Website von DZ-4, dem Marktführer in der Vermietung von Solaranlagen und Speichern in Deutschland. Die hohen Anschaffungskosten, die für den Kauf einer Photovoltaikanlage entstehen, belaufen sich meist auf mehrere Zehntausend Euro. Durch das Mietmodell von DZ-4 können die hohen Kosten einer solchen Anlage umgangen werden. Der Betreiber einer Solaranlage bezahlt eine monatlich fixe Mietgebühr für die Solaranlage. Bis zu zwei Drittel des eigenen Strombedarfs lassen sich durch eine Photovoltaikanlage decken. Den übrigen Strom beziehen die Solaranlagenbetreiber weiterhin aus dem Stromnetz und zahlen hier ihren verbrauchsorientierten individuellen Abschlag.

Deutschland soll bis 2050 klimaneutral werden

„Zwischen 1990 und 2018 haben wir in Deutschland den Ausstoß von Treibhausgasen um rund 30,8 Prozent verringert. Damit sind wir Vorreiter beim Klimaschutz“,   so die Bundesregierung auf ihrer Website , die jedoch auch anerkennt, dass dies noch nicht ausreicht. Auch wenn das Klimaziel für 2020 nicht erreicht wurde, hält die Bundesregierung an den weiteren Klimazielen fest. Bis 2030 sollen die CO2-Emmissionswerte um 55 Prozent und bis 2040 um 70 Prozent gesenkt werden, unter anderem durch die Förderung der Elektromobilität. Im Jahr 2050 will Deutschland es schaffen, klimaneutral zu werden. Dieses Ziel ist ganz im Sinne der Ziele der Klimaschutzkonferenz in Paris im Jahr 2015. 195 Länder haben sich   im Rahmen des Pariser Abkommens verpflichtet, den Anstieg der Erderwärmung unter 2 °C zu halten.

Jeder kann mithelfen

Die Millionen Menschen, unter ihnen auch unzählige Schülerinnen und Schüler weltweit machen es vor, mit der Bewegung „Fridays for Future“. Sie werden in diesem Jahr   für den Klimaschutz auf die Straße gehen und ein Zeichen setzen. Letztlich obliegt das Klima auch der individuellen Eigenverantwortung. Mit ein paar Tipps kann man selbst etwas tun:

  • Im Winter sollte nur so wenig wie nötig geheizt werden.
  • Besser aufs Auto verzichten und stattdessen öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad nutzen.
  • Auf energiesparende Elektrogeräte achten. Das beginnt schon bei der Glühbirne und endet mit großen Geräten, wie dem Kühlschrank oder der Waschmaschine
  • Wenn man einen Raum oder das Haus verlässt, sollten Elektrogeräte komplett ausgeschaltet werden. Auch der Standby-Modus verbraucht noch Strom
  • Gebrauchte Produkte kaufen, um Ressourcen zu schonen.
  • Eine regionale und saisonale Ernährung mit wenig tierischen Produkten, sorgt für weniger CO2-Emissionen
  • Prüfen Sie, ob Fenster und Türen gut isoliert sind, um Wärmeverlust zu vermeiden und unnötigen Mehrverbrauch zu reduzieren.
  • Besteht die Möglichkeit, grüne Energie für den Eigenbedarf durch eine Photovoltaikanlage zu gewinnen?

Bereits kleine Schritte können dabei helfen, den Klimawandel zu stoppen. Vor allem diese kleinen Schritte sind nötig, um unsere Zukunft und die Zukunft der nächsten Generationen zu sichern.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7226007?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F198%2F711292%2F711816%2F
Unbekannte sprengen Geldautomat
Die Sprengung des Geldautomaten an der Westfalen Tankstelle hat heftige Folgeschäden hinterlassen: Schaufenster und Tür sind demoliert worden.
Nachrichten-Ticker