Sonderveröffentlichung

Förderung führt zu Renaissance von Flüssiggas
Flüssiggastank für die Heizung

Glaubt man dem politischen Willen, haben Ölheizungen bald ausgedient. Denn bereits heute sind sie zum Wasserschutz oft mit hohen Auflagen verbunden. Ab 2026 erschweren gesetzliche Rahmenbedingungen den Einbau und staatliche Fördermittel gibt es seit 2020 ebenfalls keine mehr. All das sind Gründe, aus denen immer mehr Hausbesitzer ihre Heizung austauschen. Sie setzen vor allem auf Gas, das sich in nicht erschlossenen Regionen in einem sogenannten Flüssiggastank speichern lässt. In Kombination mit regenerativen Energien winken dafür Zuschüsse von bis zu 40 Prozent.

Dienstag, 19.01.2021, 06:00 Uhr aktualisiert: 19.01.2021, 14:05 Uhr
Förderung führt zu Renaissance von Flüssiggas: Flüssiggastank für die Heizung
Foto: Pixabay

Wechsel-Trend von Heizöl zu Erd- und Flüssiggas

Auch wenn Gas zu den beliebtesten Energieträgern der Deutschen gehört, ist das öffentliche Versorgungsnetz längst nicht überall verfügbar. So auch im westfälischen Land, wo viele Hausbesitzer mangels Alternativen auf Öl zum Heizen setzten. Das ändert sich mittlerweile: Die BDEW-Studie „Wie heizt Deutschland“ zeigt, dass in den letzten Jahren immer mehr Ölheizer zu Gas wechselten. Sie profitieren von mehr Platz im Haus, langfristig niedrigeren Energiekosten und bekommen heute sogar hohe Fördermittel für den Anschluss an das Gasnetz oder die Installation von einem Flüssiggastank .

Staat übernimmt bis zu 45 Prozent der Umbaukosten

Finanzielle Unterstützung für Heizungsanlagen samt Gasanschluss oder Flüssiggastank gibt es seit Januar 2021 über die Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG . Über das Teilprogramm BEG EM , mit dem der Staat Einzelmaßnahmen in mindestens fünf Jahre alten Gebäuden fördert, erhalten Wechsler Zuschüsse in Höhe von bis zu 45 Prozent. 30 Prozent gibt es für alle, die eine Hybridheizung aus Gas und regenerativen Energien einbauen. Infrage kommen dabei energiesparende Kombinationen aus Brennwerttechnik mit Solarthermie, Wärmepumpe oder Biomasse. Tauschen sie im gleichen Zuge eine Ölheizung aus, gibt es zehn Prozent Förderung extra. Ein weiteres Förder-Plus von fünf Prozent ist erhältlich, wenn ein Energieberater den Heizungstausch in einem Sanierungsfahrplan empfohlen hat.

2020 erzielen Gasheizungen neue Verkaufsrekorde

Trotz der besonderen Umstände waren Gasheizungen 2020 gefragter denn je. So stieg der Absatz im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent, wie eine Hochrechnung der Brancheninitiative Zukunft Gas kürzlich ergab. Dr. Timm Kehler, Vorstand der Zukunft Gas GmbH, sieht darin auch einen wichtigen Schritt für den Klimaschutz: „Die Zahlen zeigen auch, dass für Verbraucher die Bezahlbarkeit von Klimaschutz immer wichtiger wird. Mit der Wahl von Gasheizungen profitieren Bauherren im Vergleich zu anderen Heizenergien von seit Jahren sehr stabilen und günstigen Preisen. Zudem entscheiden sie sich für eine komfortable und zukunftssichere Wärmeversorgung. Durch die Nutzung von Biogas sowie Wasserstoff ist perspektivisch sogar CO2-neutrales Heizen möglich. Damit ist der Wärmemarkt auch fit für den European Green Deal.“

Flüssiggastanks bieten eine Alternative zu Erdgas

Besteht die Möglichkeit, das eigene Haus an die öffentliche Gasversorgung anzubinden, ist der platzsparende Gasanschluss die beste Wahl. Wem diese Möglichkeit verwehrt bleibt, bieten sich mit Flüssiggastanks Alternativen. Denn diese lassen sich nahezu überall aufstellen. Der Brennstoff schädigt keine Gewässer und ist langfristig zu günstigen Konditionen erhältlich. Die Aufstellung der Flüssiggastanks erfolgt häufig oberirdisch auf dem eigenen Grundstück. Möglich ist es aber auch, die Vorratsbehälter unterirdisch zu installieren. Sie sind dann höchstens am Domdeckel zu erkennen und auf Wunsch sogar überfahrbar. Im Haus selbst befindet sich lediglich ein kompakter Hausanschluss, der im Vergleich zu sperrigen Öltanks viel Platz spart. Das Besondere daran: Die gesamte Hausinstallation lässt sich später auch für die Versorgung mit Erdgas oder Wasserstoff nutzen. Größere Umbauarbeiten sind dazu nicht erforderlich.

Flüssiggastank mieten und Anschaffungskosten sparen

Wer sich für die Versorgung mit Flüssiggas entscheidet, kann einen Flüssiggastank mieten oder kaufen. Bei der Mietvariante zahlen Hausbesitzer monatlich etwa zehn bis 15 Euro. Dafür bekommen sie den Behälter samt Installation, Wartung und gesetzlich vorgeschriebener Prüfungen. Wenn Hausbesitzer einen Flüssiggastank kaufen, muss man sich selber um diese sogenannten Betreiberpflichten kümmern. Dafür kann der Eigentümer den Flüssiggaslieferanten bei jeder Bestellung wechseln, wenn er möchte. Es fallen einmalige Anschaffungskosten zwischen 2.000 bis 4.000 Euro an, wenn sie den Flüssiggastank kaufen.

Neben fossilem Flüssiggas sind Bio-Alternativen verfügbar

Flüssiggas (LPG) entsteht als Beiprodukt der Rohöl- und Erdgasförderung und in der Raffinerie an. Es handelt sich dabei um einen fossilen Rohstoff, der beispielsweise in Gasheizungen sehr sauber verbrennt. Suchen Hausbesitzer nach einer klimaschonenden Heizlösung, können sie ihren Flüssiggastank auch mit BIO-LPG füllen. Die nachhaltige Alternative besteht aus pflanzlichen Reststoffen oder recycelten Altölen und verbrennt nahezu CO2-neutral. Der Brennstoff ist außerdem regenerativ und somit nachhaltig einsetzbar. Die Umstellung ist jederzeit möglich. Und das ohne Anpassungen am Flüssiggastank oder der Hausanlage.

Flüssiggas eignet sich für viele Haushalts- und Heizgeräte

Mit einem Erdgasanschluss oder einem Flüssiggastank profitieren Hausbesitzer in puncto Heiztechnik von einer hohen Flexibilität. Denn der Brennstoff versorgt nicht nur effiziente Brennwertheizungen mit Energie. Er treibt auch Hybridheizungen an, welche die Gasheiztechnik mit regenerativen Energien kombinieren. Neben Solarthermieanlagen für Heizung und/oder Warmwasser kommen dabei auch Wärmepumpen, Holzkessel oder sogar wasserführende Kamine infrage. Aber auch Blockheizkraftwerke und Brennstoffzellen arbeiten heute mit Erd- und Flüssiggas. Die Heizgeräte erzeugen neben der Wärme auch Strom und sorgen somit für eine hohe energetische Unabhängigkeit. Darüber hinaus versorgen die Energieträger auch Gasherde, Gaskamine oder flexibel nutzbare Gassteckdosen mit Energie.

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