Wohnen
Warum Wohnen in der Stadt immer teurer wird

Nicht nur Studenten haben Probleme, in Nordrhein-Westfalen bezahlbaren Wohnraum zu finden. Auch Erwerbstätige bekommen zunehmend Probleme bei der Wohnungssuche in den Städten und Ballungsgebieten: Die Angebote übersteigen häufig das angepeilte Budget, teilweise geht fast die Hälfte des Einkommens für die Miete drauf. Der Anstieg der Mieten in den Städten hat gleich mehrere Gründe.

Freitag, 09.06.2017, 04:06 Uhr

Wohnen : Warum Wohnen in der Stadt immer teurer wird
Foto: CC0 Public Domain, MichaelGaida, pixabay.com

Landflucht erhöht den Engpass in den Städten

Ein ruhiges Leben auf dem Land? Davon träumen heute nur noch die wenigsten. Stattdessen zieht es einen Großteil der Bevölkerung in die Städte. Möglichst zentrumsnah soll die Wohnung liegen. Dort, wo das Leben pulsiert und die Infrastruktur besonders viel zu bieten hat. So haben die Städte Köln, Düsseldorf und Bonn bei ihren Bevölkerungszahlen seit 2010 einen Zuwachs zwischen 4,4 und 5,7 Prozent verzeichnet. Das macht sich auch bei den Wohnungsangeboten bemerkbar: Die Nettokaltmiete ist im gleichen Zeitraum um etwa ein Viertel gestiegen. Bei Einfamilienhäusern haben sich die Preise sogar verdoppelt.

Gesetzliche Mietpreisbremse zeigt keine Wirkung

Die am 1. Juni 2015 gesetzlich beschlossene Mietpreisbremse zeigt keine Wirkung. Erst kürzlich urteilte der Deutsche Mieterbund : „Die Mietpreisbremse ist unbrauchbar.“ Das Gesetz habe sich in der Praxis nicht durchsetzen können. Stattdessen seien die Mieten noch stärker gestiegen als vor dem Erlass: In Großstädten hätten Mieter 2015 im Durchschnitt 6,3 Prozent weniger für eine neue Wohnung zahlen müssen als 2016. Der Grund für das Versagen der Mietpreisbremse: Die Mieter wissen nicht, wann der Vermieter die Regelung umgeht. Mehr Transparenz bezüglich der vorherigen Mieten soll Abhilfe schaffen.

Fehlender Wohnraum

Doch wie sollen Wohnungen überhaupt bezahlbar sein, wenn nicht genügend Wohnraum zur Verfügung steht? Trotz der hohen Nachfrage wächst der Wohnungsmarkt in Bonn, Köln, Düsseldorf sowie den Ballungsgebieten und anderen Universitätsstädten Nordrhein-Westfalens nur schleppend. Experten schätzen, dass bis 2020 rund 400.000 zusätzliche Wohnungen in NRW nötig sind. Ende 2015 gab es 8,9 Millionen Wohnungen. Gleichzeitig wird der Mangel an Sozialwohnungen und bezahlbarem Wohnraum für Studenten kritisiert. Immerhin für das Bonner Wohnungsangebot scheint es eine Perspektive zu geben: In Bonn kommen 86 Baugenehmigungen auf 10.000 Einwohner – so viele wie in keiner anderen Stadt Nordrhein-Westfalens.

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