Wohnen
Ratgeber Garagenbau: Tipps zur Planung und Ausführung

Eine abschließbare Garage, in der Pkw und Gartengeräte geschützt vor Wind und Wetter abgestellt werden können, ist für viele Eigenheimbesitzer unverzichtbar. 

Montag, 22.01.2018, 04:01 Uhr

Wohnen: Ratgeber Garagenbau: Tipps zur Planung und Ausführung
Foto: pixabay.com

Oft ist die Garage der Ersatz für eine Gartenhütte oder einen Kellerraum und beherbergt außerdem wertvolles Werkzeug, Gartenmöbel, Fahrräder und vieles mehr – eben Stauraum, wo zu wenig Platz ist . Die Garage sollte deshalb genügend Raum bereithalten und die Möglichkeit bieten, sie durch eine gesonderte Tür zu betreten. Auch sind Garagen mit Zwischenwand, ausreichend Steckdosen, Wasseranschluss und Fenster zur natürlichen Belichtung des Abstellraums eine sinnvolle Lösung für alle, die sie regelmäßig als Werkstatt nutzen. Damit die Garage ihre Zwecke erfüllen kann, sollte sie mit Bedacht geplant werden. Dieser Ratgeber gibt Tipps zum Garagenbau von der Planung bis zur Ausführung.

Planung: Die Größe hängt von der Nutzung ab

Die richtige Größe der Garage wird entscheidend von der geplanten Nutzung beeinflusst. Sie wirkt sich sofort auf die Baukosten aus. Zudem sollten Bauherren berücksichtigen, dass Abweichungen von der Norm immer mit Extrakosten verbunden sind. Eine wesentliche Frage zur Größe der Garage ist: sollen in ihr ein oder 2 Fahrzeugen untergebracht werden. Welche Fahrzeuge sollen untergestellt werden? Ist langfristig damit zu rechnen, dass 2 Fahrzeuge einen Stellplatz brauchen, sollte von Beginn an eine Doppelgarage eingeplant werden. Denn es ist wesentlich teurer, eine bestehende Garage später zu erweitern, als sie direkt in der korrekten Größe zu bauen. Es muss aber nicht immer eine Doppelgarage sein, auch die Kombination aus Garage und Carport ist für viele Haushalte eine praktikable Lösung. Weitere grundsätzliche Überlegungen für die Planung sind:

  • Wird die Garage als Abstellraum genutzt?
  • Welche Utensilien sollen untergestellt werden? (z. B. Gartengeräte und Gartenmöbel, Fahrräder, Moped, Rasenmäher, Waschmaschine, Kühlschrank)
  • Soll die Garage auch als Werkstatt/Hobbyraum dienen?

Je nachdem, wie die Antworten auf die Fragen austeilen, braucht die Garage mehr oder weniger Quadratmeter. Ist der Flächenbedarf klar, geht es an die individuelle Bemaßung.

Durchfahrtshöhe und Breite

Werden in der Garage 2 Mittelklassewagen untergebracht, sind Durchfahrtshöhe und Durchfahrtsbreite geringer zu bemessen, als wenn beispielsweise ein Wohnmobil und ein SUV untergestellt werden sollen. Eine gängige Standardgarage liegt bei einer Breite zwischen 2,55 m und 4 m und einer Länge zwischen 5,12 m und 8,84 m. Doppelgaragen liegen in der Breite zwischen 5,05 m und 7,95 m, die Länge ist mit der von Einzelgaragen identisch. Bei der Berechnung der Breite ist zu bedenken, dass das Garagentor im Schnitt 50 cm schmaler ist, als die Garage selbst. Bei der Höhe sind generell mindestens 32 cm abzuziehen, um die Tordurchfahrt zu ermitteln. Normhöhen bewegen sich zwischen 2,23 m und 3,20 m. Individuell angepasste Garagentore sind bei detailliert geplanten Garagen unverzichtbar. Ideal sind Garagentore, die neben einer ansprechenden Optik ein hohes Maß an Sicherheit bieten , komfortabel zu bedienen und leistungsstark sind. Was bedeuten die Features Optik, Sicherheit, Leistung und Komfort für ein Garagentor? Die folgende Tabelle verschafft einen Überblick.

Optik Verschiedene Oberflächenstrukturen in unterschiedlichen Farben erhältlich
Sicherheit Stabile Bauweise, Einbruchschutz, Laufschienen verdeckt, TÜV geprüft, GS Siegel, Finger Klemmschutz, Schutz gegen aufschieben, Federbruchsicherung, Erkennung von Hindernissen im Torschließbereich
Leistung Verbraucherfreundliche Garantieleistungen auf Mechanik und Verschleißteile sowie Elektronik, verfügbarer Service über ein Fachhändlernetz
Komfort Energieeffizienter Ausführung, Kugellagerung, geräuschloser Mechanismus, sauber abschließende Bodendichtung, integriertes Lüftungssystem zur Klimaregulierung in der Garage

Das Fundament: Zentral für langfristige Nutzung einer Garage

Jede Garage benötigt ein Fundament, selbst, wenn es nur eine kleine Blechgarage ist. Es gibt unterschiedliche Fundamentarten, die sich für eine Garage eignen. Am preisgünstigsten ist das Punktfundament, es ist zugleich auch die gängigste technische Lösung. In der Praxis bedeutet es, dass mindestens 6 Punktfundamente gesetzt werden, auf der die Garage aufliegt. Je länger eine Garage ist, desto mehr Punktfundamente sind anzufertigen. Die nächste Lösung ist das Ringfundament. Dabei wird das Fundament in Form eines großen U (vorne offen) gelegt. Eine weitere Variante ist die Bodenplatte. Diese Konstruktion ist ideal für Fertiggaragen, die ohne eigenen Boden geliefert werden. Streifenfundamente sind für jede Garagenart eine praktikable, jedoch kostenintensive Lösung.

Die Bauweise: Fertiggarage oder von Hand gemauert?

Eine Garage kann selbstverständlich in Eigenleistung von Hand komplett alleine hochgezogen werden. Demgegenüber stehen eine Vielzahl von Anbietern für Fertiggaragen. Diese sind unterm Strich meist wesentlich preiswerter. Es gibt Fertiggaragen aus Beton, aus Stahl, Blech, Holz und Aluminium. Abgesehen davon, dass eine Holzgarage sich optisch klar von allen anderen Materialien unterscheidet, sind sich die anderen Baumaterialien optisch sehr ähnlich. Das liegt daran, dass die sogenannten Flachwand Fertiggaragen in der Regel glatt verputzt sind und deshalb eine ähnliche Außenwirkung erzeugen. Es ist natürlich auch möglich, eine kostengünstige Fertiggarage später zu verklinkern. Dann ist sie überhaupt nicht mehr von einer Garage in Massivbauweise zu unterscheiden.

Das Dach: Diese Formen sind mögliche

Welche Form das Dach haben soll, ist eine individuelle Entscheidung. Eine Garage  lässt sich optisch an das Hauptgebäude anpassen und die Dachform entsprechend adaptieren. Auf der anderen Seite eignen sich Garagendächer zum Beispiel zur Aufnahme von Solarzellen oder zur Dachbegrünung. Damit können Verbraucher bestimmte ökologische Ansprüche erfüllen. Generell sind Giebeldächer, Flachdächer oder Weindächer machbar. Allerdings ist es notwendig, den Bebauungsplan auf Zulässigkeit der Dachform zu überprüfen.

Entwässerung berücksichtigen

Eine Garage ist eine versiegelte Oberfläche. Je nach Gestaltung wird das aufstehende Wasser über eine Dachrinne zum Beispiel zur Regenwassernutzung geführt. Auch hier gibt es baurechtliche Vorgaben, die zum Beispiel regeln, ob das Oberflächenwasser in den Kanal abgeführt werden muss, oder ob es auf dem Grundstück versickern bzw. aufgenommen werden darf.

Garagen bieten mehr als einen simplen Abstellraum

Da Garagen durchaus mehr Nutzen bieten können, als einen einfachen Stellplatz für Pkws, sollten sich Hausbesitzer sorgfältig mit der Planung befassen. Später einzelne Elemente zu ergänzen wird immer teurer, als bereits bei der Planung alles Erforderliche für später zu veranlassen. Insbesondere Strom- und Wasseranschlüsse sowie zusätzlicher Stauraum lassen sich kostengünstig vorsehen und steigern den Nutzwert dauerhaft.

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