Wohnen
Wo lohnt sich eine Infrarotheizung?

Infrarotheizungen werden intensiv beworben und sollen für eine besonders angenehme Wärmentwicklung sorgen. Allerdings sind sie längst nicht für alle Gebäude- und Raumtypen geeignet. Und auch das Funktionssystem der neuen Wärmespender ist vielen eher unbekannt.

Mittwoch, 15.07.2020, 18:25 Uhr aktualisiert: 15.07.2020, 18:33 Uhr
Wohnen: Wo lohnt sich eine Infrarotheizung?
Foto: Colourbox.de

Was wird unter einer Infrarotheizung verstanden und wie funktioniert sie?

Bei einer Infrarotheizung (kurz auch IR-Heizung ) handelt es sich um ein elektrisches Heizelement, das Strahlungswärme abgibt. Etwa mit der Sonne vergleichbar, erzeugen Infrarotheizungen Direktwärme - anders als „herkömmliche Heizungswärme“ wird diese als besonders angenehm empfunden. Oft werden IR-Heizungen darum auch als Strahlungs- oder Wärmewellenheizungen bezeichnet.

Dass die Wärme der IR-Heizung anders wahrgenommen wird als sonstige Heizungswärme, hängt dabei direkt mit den Unterschieden zwischen IR- und konventionellen Heizungen zusammen: Anders als ein herkömmlicher Heizkörper, erwärmt die IR-Heizung nicht die Umgebungsluft. Vielmehr erwärmt sie stattdessen die Raumhülle einschließlich des Bodens, der Wände und sonstiger Gegenstände, die sich im Raum befinden. Anders als die sogenannte Konvektionswärme herkömmlicher Heizungen, wird die Strahlungswärme der IR-Heizung dabei als „natürliche Wärme“ und aus diesem Grund auch als besonders angenehm empfunden.

Die Art und Weise der Wärmeentwicklung bei der Verwendung einer Infrarotheizung wiederum ist recht simpel: Die IR-Heizung ist mit einem Heizleiter-Paneel aus Metall versehen. Hier wird elektrischer Strom in Wärmeenergie verwandelt. Die im Gerät verwendete Heizschicht kann - je nach Heizungsmodell - aus Edelstahlelementen mit Karbonfolie oder Glasfaser sowie aus Karbonfasern bestehen. Außerdem ist eine IR-Heizung selbstverständlich mit einer Rückseitenisolierung versehen. Zusammen mit einer entsprechenden Dämmung sorgt das für Sicherheit und gewährleistet, dass die erzeugte Wärme nur in die Wunschrichtung abgegeben wird.

Wo ist es möglich, eine Infrarotheizung aufzustellen beziehungsweise zu installieren?

Prinzipiell kann eine Infrarotheizung überall dort aufgestellt oder installiert werden, wo ein Stromanschluss vorhanden ist. Das bedeutet: IR-Heizelemente sind quasi in jedem beliebigen Raum installierbar. Insbesondere Modelle mit einem Stromstecker sind quasi direkt einsatzbereit und können außerdem unkompliziert an die Wand montiert werden.

Trotz einfacher Installation und Montage ist aber nicht jedes Heizpaneel für jeden Raum geeignet. Vielmehr muss die Größe der IR-Heizung an die Größe des Raumes und damit an die Dimensionen der zu beheizenden Fläche angepasst werden.

Das bedeutet: Soll eine IR-Wandheizung einen recht großen Raum erwärmen, ist eine entsprechend große Wand-Freifläche erforderlich. Ist eine entsprechend große Freifläche an der Wand nicht vorhanden, kommt lediglich die Installation etwa einer IR-Deckenheizung in Betracht.

Infrarotheizung: Nicht nur Vor-, sondern auch Nachteile

Infrarotheizungen bringen einige entscheidende Vorteile mit sich. Dabei sind sie nicht nur in der Anschaffung recht günstig und in vielen verschiedenen, für quasi jeden Einrichtungsstil passenden Designs erhältlich. Zusätzlich spricht nämlich auch die als behaglich empfundene Wärme sowie ihr eher geringer Platzbedarf für die Infrarot-Heizelemente. Nicht zu vergessen ist außerdem, dass die IR-Heizung durch ihre gleichmäßige Wärmerzeugung Schimmelbildung in Wohnräumen oft verhindern kann.

Allerdings kommen Infrarotheizungen dennoch nicht ganz ohne Nachteile aus. Einer der Wichtigsten ist dabei die Erzeugung von Heizwärme mit Strom . Schließlich ist Strom - verglichen mit Gas oder Öl -  eine eher teure Energieform. Insgesamt ist darum mit höheren Betriebskosten zu rechnen. Insbesondere in älteren, schlecht isolierten Häusern und Wohnungen mit hohem Heizbedarf macht sich das sehr deutlich bemerkbar. Der Einsatz einer Infrarotheizung ist hier darum meist gar nicht oder nur räumlich begrenzt empfehlenswert.

Zusätzlich dazu werden IR-Heizungen nicht staatlich gefördert und sind außerdem nur dann klimaneutral, wenn sie mit Strom aus erneuerbaren Energien betreiben werden.

Wann sind Infrarotheizungen die richtige Alternative?

Wie schon gesehen, lassen sich Infrarotheizungen schnell, unkompliziert und kostengünstig installieren. Außerdem Fallen keine Wartungskosten an und es ist mit einer angenehmen, gleichmäßigen Wärmeentwicklung, die sogar Schimmelbildung vorbeugt, zu rechnen. Zu bedenken ist allerdings ebenfalls, dass Infrarotheizungen ausschließlich mit Strom betrieben werden. Verglichen mit herkömmlichen Heizalternativen ist darum mit teilweise erheblich höheren Betriebskosten zu rechnen. Teilweise können die Betriebskosten zwei- bis dreimal höher ausfallen, als bei Strom- oder Gasheizungen.

Als Hauptheiz-Alternative ist eine Infrarotheizung darum nur in extrem gut isolierten Passivhäusern mit geringem Wärmebedarf vertretbar. Zusätzlich dazu ist der Einsatz einer Infrarotheizung aber auch in einzelnen, kleineren Räumen sinnvoll. Sei es im Bad, im Home-Office oder im Hobbykeller - Infrarotheizungen sind ideal für Räume geeignet, die nur gelegentlich beheizt werden sollen. Hier punkten die Wärmespender insbesondere durch ihre schnelle, einfache Installation und die angenehme Wärmeentwicklung. Außerdem lassen sie sich leicht auch nachträglich oder als Zusatz zur einer herkömmlichen Heizung installieren und montieren.

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