Wohnen
Hausbau in NRW: Welche formalen Schritte sind zu beachten?

Der Hausbau in NRW ist mit verschiedenen bürokratischen Schritten verbunden. So müssen zunächst ein Grundstück gefunden und eine Entscheidung für ein Fertighaus oder eine klassische Bauweise getroffen werden. In weiteren Schritten müssen dann ein Bauunternehmen mit bauvorlageberechtigte Experten gefunden, ein Bauplan entworfen und ein Bauantrag gestellt werden. Zudem sollten sich Bauherren um notwendige Versicherungen kümmern, um beim Hausbau auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Die folgenden Informationen zeigen die notwendigen Schritte, die zu gehen sind, um eine Baugenehmigung für das eigene Bauvorhaben in NRW zu bekommen. Das ist wichtig, da das Baurecht Ländersache ist.

Dienstag, 02.02.2021, 04:45 Uhr aktualisiert: 02.02.2021, 14:49 Uhr
Wohnen: Hausbau in NRW: Welche formalen Schritte sind zu beachten?
Bevor der Hausbau in NRW beginnen kann, müssen die Bauherren zunächst einiges an Bürokratie bewältigen. Foto: pixabay.de © anncapictures

Das passende Grundstück finden und kaufen

Zunächst muss ein Grundstück gefunden werden, das sich für die eigenen Bauvorhaben eignet. Hierfür ist es empfehlenswert, einen Blick in den Bebauungsplan zu werfen. Hierin ist festgehalten, welche Bauvorhaben in einem bestimmten Gebiet realisiert werden dürfen. In NRW gibt es vielfältige Gebiete, in denen jeweils andere Bauvorhaben verwirklicht werden können. Außerdem ist es lohnenswert, vor dem Grundstückskauf eine Bauvoranfrage zu stellen. So lässt sich vor dem Kauf klären, ob das eigene Bauprojekt auf dem anvisierten Grundstück überhaupt umgesetzt werden kann.

Eine weitere Aufgabe besteht dann natürlich darin, das passende Grundstück zu erwerben. Hier kann es gegebenenfalls nötig sein, sich gegen andere Bewerber durchzusetzen. Es empfiehlt sich, ein konkretes und marktübliches Angebot zu unterbreiten, das dem eigenen Budget Rechnung trägt. Wer bereits zu viel Geld ausgibt, nur um das Grundstück zu bekommen, hat später weniger für das eigentliche Bauvorhaben zur Verfügung. Wer nicht mit Eigenkapital arbeitet, muss bereits jetzt einen Kreditantrag stellen, um überhaupt ein Angebot für das Grundstück abgeben zu können.

Fertighaus oder selber bauen?

Sobald ein passendes Grundstück gefunden wurde, muss die grundsätzliche Frage geklärt werden, welche Art von Haus gebaut werden soll. Immer mehr Menschen entscheiden sich für ein hochwertiges Fertighaus , weil dieses besonders schnell und kosteneffizient gebaut werden kann. Die verschiedenen Varianten sind heutzutage so professionell, dass sie einer klassischen Bauweise in nichts nachstehen. Entsprechend steigt die Zahl der Fertighäuser in NRW kontinuierlich an.

Bei einem Fertighaus sind verschiedene Begrifflichkeiten zu unterscheiden. So gehen viele nach wie vor davon aus, dass es sich bei einem Fertighaus um ein schlüsselfertiges Gebäude handelt. Grundsätzlich meint "Fertighaus" jedoch eine bestimmte Bauweise, bei der verschiedene Elemente schon vorgefertigt zur Baustelle gebracht werden. Der eigentliche Bau erfolgt somit nicht auf dem Grundstück, sondern die einzelnen Komponenten werden nur noch aufgebaut. Somit ist es auch mit einem Fertighaus möglich, grundsätzlich alle Gebäudearten entstehen zu lassen.

Bauvorlageberechtigte Experten engagieren

Um in NRW ein Haus bauen zu können, muss ein Bauantrag gestellt werden. Dies können Bauherren allerdings nicht eigenständig tun. Der Gesetzgeber schreibt nämlich vor, dass die mit dem Bauantrag verbundenen Dokumente nur von Personen mit einer Bauvorlageberechtigung erstellt werden können. Hierzu gehören vor allem Architekten, aber auch Bauingenieure können herangezogen werden.

Bauherren sollten aber nicht einfach irgendeinen Architekten wählen, sondern sich mit dem Angebot am Markt genau auseinandersetzen. So gibt es Architekten, die bestimmte Qualifikationen besitzen und für einzelne Bauvorhaben, wie beispielsweise eine ökologisches Haus, besonders geeignet sind. Außerdem unterscheiden sich die diversen Anbieter in ihrem Preis.

Für den Hausbau spielt die Wahl des passenden Bauunternehmens eine wichtige Rolle. Dessen bauvorlageberechtigte Experten sollten sich mit den verschiedenen Anträgen, Dokumenten und Behörden auskennen, um dem Hausherren schnellstmöglich zu einer Baugenehmigung zu verhelfen.

Einen Bauplan entwerfen

Text-ID 53364 Pixabay.com © cocoparisienne CCO Public Domain

Bauherr und Architekt entwerfen in enger Absprache miteinander einen strukturierten Bauplan. Foto: pixabay.de © cocoparisienne

Zusammen mit der bauvorlageberechtigten Person kann ein Bauplan entworfen werden. Hier haben sich viele Bauherren lange Zeit für eine klassische Bauweise entschieden, weil sie ihr neues Zuhause möglichst individuell gestalten wollten. Mittlerweile ist es jedoch so, dass auch Fertighäuser vielfältige Optionen zur Individualisierung bieten. Somit ist diese Bautechnik problemlos dazu geeignet, um eigene Vorstellungen zu realisieren.

Ein Bauplan muss vollständig sein, um seinen Zweck zu erfüllen. Deswegen müssen sämtliche Geschosse darin enthalten und alle Grundrisse eingefügt sein. Zudem ist es wichtig, das Gebäude aus verschiedenen Ansichten darzustellen, um den Betrachtern ein klares Bild von den Gebäudekonstruktionen und dem Bauvorhaben insgesamt zu vermitteln.

Einen Bauantrag stellen

In einem weiteren Schritt muss dann der eigentliche Bauantrag gestellt werden. Dieser umfasst eine Vielzahl von Dokumenten, die bei der Antragstellung mit eingereicht werden müssen. Hierzu gehört unter anderem die Baubeschreibung. In dieser wird das Bauvorhaben konkret vorgestellt und es wird erläutert, welche Baukonstruktionen zum Einsatz kommen und welche technische Ausstattung verwendet werden wird. Ebenso ist es wichtig, hierin Daten zum Grundstück anzugeben. Ein weiteres wichtiges Dokument ist der amtliche Lageplan. Dieser setzt sich aus einer Planzeichnung und einem schriftlichen Teil zusammen, in denen unter anderem Informationen zu den überbauten Flächen und den städtebaulichen Kennzahlen enthalten sind.

Die für den Bauantrag notwendigen Unterlagen müssen von den Verfassern unterschrieben werden. Die Bauherren müssen in der Regel nur den vollständigen Bauantrag unterschreiben. Gelegentlich erwarten die Behörden in NRW jedoch, dass auch einzelne Pläne von den Bauherren unterschrieben und damit bestätigt werden. Beim Bauantrag kommt es darauf an, alle Dokumente vollständig und in der aktuellen Version abzugeben. Ansonsten werden fehlende Dokumente nachgefordert oder Verbesserungen verlangt, was die Ausstellung einer Baugenehmigung und damit den Baubeginn verzögert.

Notwendige Versicherungen abschließen

Bei einem Bauvorhaben kann durchaus mal etwas schiefgehen. Deswegen ist es sinnvoll, sich als Bauherr gegen bestimmte Schäden abzusichern. Empfehlenswert ist beispielsweise eine Gebäudeversicherung . Diese ist in NRW zwar nicht vorgeschrieben, erfüllt jedoch wichtige Aufgaben. Unter anderem ist es hierbei möglich, sich gegen Elementarschäden abzusichern. Gelegentlich verlangen Kreditgeber eine solche Versicherung sogar, damit im Schadensfall genügend Geld zur Verfügung steht, um den Kreditverpflichtungen nachzukommen.

In NRW ist zudem eine Wohngebäudeversicherung empfehlenswert. Mit dieser können sich Bauherren gegen Schäden absichern, die aus Feuer, Hagel, Leitungswasser oder Sturm entstehen. Zudem sind zusätzliche Versicherungen sinnvoll, die Schutz vor Überspannungsschäden bieten, die beispielsweise nach einem Blitzeinschlag auftreten. Außerdem gibt es in NRW zahlreiche Flüsse, weswegen es abhängig von der Region sinnvoll sein kann, sich vor Überschwemmung, Hochwasser oder Erdsenkungen abzusichern.

Fazit

Beim Hausbau in NRW sind einige bürokratische Schritte zu gehen. Bauherren sollten sich daher genügend Zeit nehmen, um die einzelnen Anträge stellen und die notwendigen Schritte gehen zu können. Auf diese Weise lassen sich Verzögerungen und Stress beim Hausbau deutlich reduzieren. Durch die Wahl geeigneter Experten holen sich die Bauherren professionelle Hilfe an die Seite, mit der die verschiedenen bürokratischen Aufgaben leichter zu lösen sind. Hier ist es sinnvoll, auf Qualität und Erfahrung zu setzen, damit das Bauvorhaben bestmöglich gelingt.

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