„Chrome Metal Tigers“ machen auf ihrer Welt-Tournee in Nordwalde Station
Eigentlich gibt es sie gar nicht

Nordwalde -

Die Geschichte ist völlig schräg. Und darum auch nicht einfach zu erzählen. Jochen Veit versucht den Einstieg immer so: „Es gibt uns nicht und es wird uns auch nie wieder geben.“ Das Blöde an diesem Satz: Er stimmt – und wiederum nicht.

Freitag, 12.09.2014, 14:09 Uhr

Das Schräge lässt sich vielleicht so gerade rücken: Wenn Jochen Veit „uns“ sagt, meint er die „Chrome Metal Tigers“. Die werden im Internet gerade als Kult-Rockband der 80er Jahre gefeiert, die sich nach drei Jahrzehnten zu einem sensationellen Comeback zusammengefunden haben. Talkmaster Reinhold Beckmann , die Jungs von „Boss Hoss“ und den „Höhnern“ sowie zig andere Prominente lassen sich auf Youtube über die Band zu wahren Superlativ-Arien hinreißen. Jetzt kommt‘s: Das alles, so traurig es auch sein mag, ist erstunken und erlogen. Wahr ist nur: Jochen Veit, Björn und Gerrit Eilert, Matthias Rohlmann, Peter Lütkenhaus und Mike Laumann klettern am 15. November vor einer hoffentlich vollen KvG-Halle als „Chrome Metal Tigers“ auf die Bühne, um für einen guten Zweck, nämlich für das Nordwalder Eva-von-Tiele-Winkler-Haus, einen dicken Batzen einzuspielen. Die „Chrome Metal Tigers“ hat es vorher nie gegeben und wird es nachher auch nicht mehr geben. Wahrscheinlich.

Für diesen absolut professionell entfachten Internet-Hype haben die Tigers selbst gezündelt. „Nicht aus Größenwahn“, wie Jochen Veit, der in Nordwalde bislang nur als Allgemeinmediziner bekannt ist, beteuert. „Es geht uns um den Spaß an der Sache. Aber noch viel mehr darum, die Halle für den guten Zweck voll zu bekommen.“

So eine bescheuerte Idee kann nur beim Bier entstehen, logo. Das ist jetzt über ein Jahr her. Und so lange üben die Sechs schon 80er-Jahre-Liedgut von Europe, Bon Jovi und den anderen Halbstarken ein, die von den richtigen Hard-Rockern nie ernst genommen wurden.

Zu einer perfekten Show gehört das richtige Outfit. Und da sind die Metall-Tiger überall wildern gegangen, wo es Klamotten gibt, die sich auf 80er Jahre trimmen lassen. So freut sich Jochen Veits Tina schon allein deshalb auf den 15. November, weil sie danach ihr halb durchsichtiges USA-T-Shirt von Papa zurückbekommt. Wenn er es sich als Sänger nicht in Ekstase vom Leib gerissen hat. Der Rest, inklusive Tattoo-Strümpfe und Headbanging-Perücke, kommt vom Flohmarkt, von Ebay oder aus dem eigenen Keller.

Gar nicht so schwierig war es, die vielen Prominenten zu einem Statement zu einer Band zu bewegen, die es tatsächlich gar nicht gibt. Jochen Veit hat Freunde in der Branche. „Und wenn Du zwei, drei Filmchen hast, kommt der Rest fast von allein.“ Einige Stars konnte er bei „Zimmer frei“, der Sonntagabend-Show mit Götz Alsmann einfangen.

Ein leicht mulmiges Bauchgefühl bekommt Jochen Veit mittlerweile, wenn er sieht, was die Tigers da losgetreten haben. „Bei allem Spaß wollen wir uns natürlich nicht zum Deppen machen.“ Das heißt, der Band darf musikalisch nichts anbrennen. Darum das akribische Üben, seit einiger Zeit wöchentlich. Und dann hofft das Sextett natürlich darauf, dass die Bude am Tage X richtig voll wird. Schwacher Trost für die Freizeit-Rocker: „In dieser Verkleidung wird uns nachher kaum einer auf der Straße erkennen.“

► Der Vorverkauf läuft: Karten gibt es im Real-Markt, bei MLS-EDV und im evangelischen Kirchenbüro. Wer mehr über die virtuellen „Chrome Metal Tigers“ und ihre Reunion-World-Tour lesen und hören möchte: www.cmt-rocks.com oder www.facebook.com/pages/Chrome-Metal-Tigers

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2739281?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F198%2F1970558%2F2562546%2F4841174%2F
Nachrichten-Ticker