Interview
Tony Carey: Das deutsche Publikum ist fantastisch

Münster -

Mit „Room with a View“ gelang Tony Carey 1989 ein Riesenhit in Deutschland – nicht zuletzt durch Hilfe von Dieter Wedel, der den Song zum Titellied seines Dreiteilers „Wilder Westen inklusive“ machte. Doch das ist nur ein kleines Kapitel in der Karriere des US-Amerikaners, der seit 40 Jahren in Deutschland lebt. Am 24. März 2016 spielt er ein Konzert im Jovel – und genau dort hat ihn unser Redaktionsmitglied Gunnar A. Pier neulich zum Interview getroffen.

Montag, 21.03.2016, 12:03 Uhr

Tony Carey im Jovel: Zuletzt spielte er beim New-Names-Konzert in Münster, am 24. März kommt er zurück.
Tony Carey im Jovel: Zuletzt spielte er beim New-Names-Konzert in Münster, am 24. März kommt er zurück. Foto: Gunnar A. Pier

Tony , wir haben uns hier schon einmal getroffen haben, da hast du gesagt, dass du ungerne Konzerte in Deutschland spielst, weil die Leute deine Texte nicht richtig verstehen. Was treibt dich dennoch ins Jovel?

Carey: „Ungern“ ist nicht der richtige Ausdruck. Das deutsche Publikum ist fantastisch – vor allem sind die nüchtern, aufmerksam und höflich. Aber viele Leute kriegen eben meine Aussagen nicht richtig mit. Meine Texte sind oft politisch und immer kritisch und poetisch. Schulenglisch reicht dafür nicht. Du hast mir beispielsweise eben gesagt, dass du „Room with a View“ als Ohrwurm hast. Weißt du, wovon der Titel handelt?

Ja – aber ehrlich gesagt nur deshalb, weil du mir das letztens mal erzählt hast.

Carey: Es geht um einen Obdachlosen, der in einem Kühlschrank-Karton irgendwo in einem Ghetto von Los Angeles lebt. Aber seit der Song für „Wilder Westen inklusive“ benutzt wurde, meinen alle, dass es ein Lied über den großen, weiten, wilden Westen ist.

Der Musiker Tony Carey

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  • Tony Carey beim Konzert "Max + ? = Montag" am 7. Dezember 2015 im Jovel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tony Carey als Keyboarder von Zöller und Konsorten beim New-Names-Konzert am 10. März 2016 im Jovel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tony Carey als Keyboarder von Zöller und Konsorten beim New-Names-Konzert am 10. März 2016 im Jovel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tony Carey als Keyboarder von Zöller und Konsorten beim New-Names-Konzert am 10. März 2016 im Jovel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tony Carey als Keyboarder von Zöller und Konsorten beim New-Names-Konzert am 10. März 2016 im Jovel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tony Carey beim Konzert "Max + ? = Montag" am 7. Dezember 2015 im Jovel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tony Carey beim Konzert "Max + ? = Montag" am 7. Dezember 2015 im Jovel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tony Carey beim Konzert "Max + ? = Montag" am 7. Dezember 2015 im Jovel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tony Carey als Keyboarder von Zöller und Konsorten beim New-Names-Konzert am 10. März 2016 im Jovel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tony Carey beim Konzert "Max + ? = Montag" am 7. Dezember 2015 im Jovel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tony Carey beim Konzert "Max + ? = Montag" am 7. Dezember 2015 im Jovel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tony Carey beim Konzert "Max + ? = Montag" am 7. Dezember 2015 im Jovel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tony Carey als Keyboarder von Zöller und Konsorten beim New-Names-Konzert am 10. März 2016 im Jovel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tony Carey beim Konzert "Max + ? = Montag" am 7. Dezember 2015 im Jovel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tony Carey als Keyboarder von Zöller und Konsorten beim New-Names-Konzert am 10. März 2016 im Jovel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tony Carey als Keyboarder von Zöller und Konsorten beim New-Names-Konzert am 10. März 2016 im Jovel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tony Carey mit Max Buskohl beim Konzert "Max + ? = Montag" am 7. Dezember 2015 im Jovel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tony Carey mit Max Buskohl beim Konzert "Max + ? = Montag" am 7. Dezember 2015 im Jovel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tony Carey beim Konzert "Max + ? = Montag" am 7. Dezember 2015 im Jovel.

    Foto: Gunnar A. Pier

„Room with a View“ war dein mit Abstand größter Hit in Deutschland. Welches Verhältnis hast du heute zu diesem Lied?

Carey: Ich bin dankbar für jeden Hit. Geil! „Room with a View“ begrenzt sich auf Deutschland – ich verkaufe aber die meisten Platten in Amerika. Es ärgert mich also ein bisschen, wenn man mich als One-Hit-Wonder bezeichnet. Ich stehe seit mehr als 40 Jahren auf der Bühne. Meine größten Solo-Hits waren „Fine Fine Day“ und „Why me“ – und das war Anfang der 80er in Amerika.

Interview mit Tony Carey

Ist „Room with a View“ einer deiner besten Songs?

Carey: Ungültige Frage! Ich liebe alle meine Titel gleich – und hasse sie am anderen Tag. „Room with a View“ nicht so gelungen wie viele andere meiner Songs, die nicht so bekannt sind. Er war so erfolgreich, weil Dieter Wedel ihn benutzt hat. Hast Du noch mehr ungültige Fragen?

Konzert in Münster

Das Konzert von Tony Carey beginnt am Donnerstag, 24. März 2016, um 20 Uhr im Jovel Club. Eintrittskarten: Vorverkauf 20 Euro, Abendkasse 25 Euro. Mehr dazu: hier .

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Du hast mal erste Liga gespielt mit Chart-Hits, „Wetten-dass“-Auftritt und Rolling-Stone-Titelbild. Warum ist es dann wieder ruhiger geworden?

Carey: Ich habe zehn Jahre im Studio verbracht und habe Peter Maffay produziert, Joe Cocker, Milva, Jennifer Rush und einige Filmmusiken.

151207-Tony Carey und Steffi Stephan

Du hast über die Jahrzehnte in verschiedenen Konstellationen immer wieder mit Steffi Stephan zusammen gespielt. Was habt Ihr für ein Verhältnis?

Carey: Er ist wie mein kleiner Bruder. Steffi habe ich vor 31 Jahren kennengelernt, da haben wir zusammen in Peter Maffays Band gespielt. Steffi Stephan – das ist mein ältester Freund!

Das Jovel - Eine Geschichte in Bildern

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