Ausstellung in der Bezirksregierung
„Einige waren Nachbarn“

Münster -

Eine Diktatur braucht helfende Hände: Unterstützer, Denunzianten, Gleichgültige. Das war im Dritten Reich nicht anders. Doch nicht alle, die Hitler und Komplizen beim Terror gegen das eigene Volk behilflich waren, waren auch überzeugte Nazis. Ihre Motive und Zwänge werden jetzt in einer Ausstellung in der Bezirksregierung thematisiert.

Mittwoch, 15.01.2020, 10:00 Uhr
Die Ausstellung soll herausfordern, über die Motive und Zwänge nachzudenken, die die Verhaltensweisen der gewöhnlichen Menschen während des Holocaust beeinflussten.
Die Ausstellung soll herausfordern, über die Motive und Zwänge nachzudenken, die die Verhaltensweisen der gewöhnlichen Menschen während des Holocaust beeinflussten. Foto: Presseamt Münster

Auch fast 75 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz und dem Ende der Herrschaft der Nationalsozialisten stellen sich elementare gesellschaftliche Fragen: Wie war der Holocaust möglich? Welche Rolle spielten die gewöhnlichen Menschen dabei in Deutschland und in Europa? Und warum haben so wenige den Menschen geholfen, die zu Opfern gemacht wurden? 

Die Villa ten Hompel präsentiert zusammen mit der Bezirksregierung, dem Evangelischen Forum, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, dem Verein „ Gegen Vergessen – Für Demokratie “, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und dem Verein „Spuren Finden“ ab dem heutigen Mittwoch im Foyer der Bezirksregierung am Domplatz die Ausstellung „Einige waren Nachbarn“.

Die Ausstellung „Einige waren Nachbarn – Täter – Opfer und Mitläufertum“ des United States Holocaust Memorial Museum soll herausfordern, über die Motive und Zwänge nachzudenken, die die Verhaltensweisen der gewöhnlichen Menschen während des Holocaust beeinflussten, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt heißt.

Schaulustige sehen zu, wie die Polizei Juden zur Deportation auf Lastwagen verlädt, wie etwa hier in Kerpen im Jahr 1942.

Schaulustige sehen zu, wie die Polizei Juden zur Deportation auf Lastwagen verlädt, wie etwa hier in Kerpen im Jahr 1942. Foto: Stadtarchiv Kerpen

Seit 2018 sind das Museum in Washington D.C. und der Geschichtsort Villa ten Hompel in Münster offiziell Kooperationspartner.  Schirmherr der Wanderausstellung, die in NRW an mehr als 20 Orten auf Initiative der Villa präsentiert wird, ist Nordrhein-Westfalens Mi nisterpräsident Armin Laschet.

Der öffentliche Festakt zur Ausstellung findet am 31. Januar (Freitag) um 13 Uhr im Foyer der Bezirksregierung mit Sara J. Bloomfield, Direktorin des United States Holocaust Me morial Museum, Sabine Leut heusser-Schnarrenberger, Antisemi tismus-Beauftragte von NRW, Dorothee Feller, Regierungspräsidentin von Münster, Oberbürgermeister Markus Lewe und Christoph Spieker, Leiter der Villa ten Hompel, statt. Gäste sind willkommen. 

Gruppen, insbesondere Schulklassen, aber auch Studierende und Gruppen der Erwachsenenbildung, können bei der Villa ten Hompel drei pädagogische Angebote buchen: Einen Ausstellungsrundgang, ein Kombiangebot aus Rundgang und lokalhistorischem Stadtrundgang sowie einen Workshop.

    

Zum Thema

„Einige waren Nachbarn – Täter – Opfer und Mitläufertum“ im Foyer der Bezirksregierung Münster, Domplatz 1-3, 15. Januar bis 15. Februar, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 16 Uhr, samstags 9 bis 13 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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