LWL-Planetarium zeigt Unesco-Weltkulturerbe „Sacri Monti“
Das Kino des 16. und 17. Jahrhunderts

Münster -

Schon die Originale mussten die Menschen der frühen Neuzeit fasziniert haben: die „Sacri Monti“, neun Kapellen in Norditalien voller Statuen und Fresken. Da sie biblische Geschichten nacherzählen, waren sie eine Art „Kino“ für die Betrachter. Im LWL-Planetarium wird ihre digitale Kopie nun von Künstler Heinrich Brinkmöller-Becker an die Kuppel geworfen.

Donnerstag, 30.01.2020, 11:00 Uhr
In seiner Bild-Ton-Show „Sacri Monti“ zeigt Heinrich Brinkmöller-Becker die Statuen und Fresken der heiligen Berge in Italien unter der Kuppel des Planetariums.
In seiner Bild-Ton-Show „Sacri Monti“ zeigt Heinrich Brinkmöller-Becker die Statuen und Fresken der heiligen Berge in Italien unter der Kuppel des Planetariums. Foto: pd

Das Planetarium des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe zeigt am Mittwoch (5. Februar) um 19.30 Uhr die Bild-Ton-Show „Sacri Monti“ mit Fotos des Künstlers Heinrich Brinkmöller-Becker.

Bei den norditalienischen Sacri Monti handelt es sich um neun weitläufige Anlagen von Kapellen, die als Pilgerstätten der frühen Neuzeit auf Bergen und Seen errichtet wurden, um im gegenreformatorischen Sinne bestimmte Aspekte christlichen Glaubens (wie die Leidensgeschichte Jesu oder das Leben des Heiligen Franziskus) bildlich auszudrücken, heißt es in der Ankündigung.

Das Ensemble von in Landschaft eingebetteter Architektur, lebensgroßen Statuen sowie Fresken und Bildern gibt ein beeindruckendes kunsthistorisches Zeugnis des abendländischen Selbstverständnisses seiner Zeit und bildet dabei im wörtlichen Sinne zeittypische Alltagsgeschichte ab. 2003 wurden die Sacri Monti als Unesco-Weltkulturerbe anerkannt.

Die original Skulpturen waren sind ein beeindruckendes kunsthistorisches Zeugnis und seit 2003 Weltkulturerbe.

Die original Skulpturen waren sind ein beeindruckendes kunsthistorisches Zeugnis und seit 2003 Weltkulturerbe. Foto: pd

Das Zusammenwirken von Skulpturen, Gemälden und Fresken, die Komposition dieser Bestandteile, die Detailbesessenheit und nicht zuletzt die künstlerische Umsetzung erzeugen eine bildliche Narration von höchster Suggestivkraft, heißt es weiter. Auf die Zeitgenossen müssen die generierten Bilderwelten mindestens eine ähnliche Illusionswirkung ausgeübt haben, wie sie annähernd vom Kino bekannt sind.

Der Bochumer Fotokünstler Heinrich Brinkmöller-Becker bekam unlängst die Ausnahmegenehmigung, die Figuren aus nächster Distanz zu fotografieren. Filmähnlich bearbeitet und montiert er seine Fotografien von dem „Kino des 16. und 17. Jahrhunderts“ zu Sequenzen.

Diese werden auf die Kuppel des Planetariums projiziert. Die dargestellten Szenen werden so zu einer lebendigen Erzählung, in die die Zuschauer eintauchen. Die Projektion versteht sich in diesem Sinne als ein Beispiel für immersive Kunst.

Die Veranstaltung im Planetarium des LWL-Museums für Naturkunde an der Sentruper Straße 285 findet in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Münster statt. Der Eintritt beträgt sieben (ermäßig 5,50) Euro. Karten sind im Vorverkauf unter 5 91 60 50 oder per E-Mail an servicebuero.naturkundemuseum@lwl.org beziehungsweise an der Abendkasse erhältlich.

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