Interview mit Experten der Provinzial-Versicherung 
Schutz vor Einbrechern und Gewittern: Vor dem Urlaub die Nachbarn informieren

WN-Redakteur Uwe Renners sprach mit Annette Bockhorst, Einbruchdiebstahlschutz-Expertin der Westfälischen Provinzial-Versicherung sowie Brandassessor Mirco Schneider, Leiter der Abteilung Schadenverhütung der Provinzial, über mögliche Gefahren und Schutzmöglichkeiten für die bevorstehenden „schönsten Wochen des Jahres“.

Donnerstag, 18.07.2013, 16:07 Uhr

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Muss ich mich in dieser Zeit besonders vor Einbrechern schützen?

Annette Bockhorst: Gemessen an der Kriminalstatistik steigen die Einbruchzahlen eher in den Wintermonaten an. Eine Gefährdung gibt es aber immer dann, wenn eine Wohnung oder ein Haus für längere Zeit unbewohnt ist beziehungsweise so erscheint – und die Einbruchzahlen steigen rasant. Schließen und verriegeln Sie alle Fenster und Türen sorgfältig vor der Abreise. Zeitschaltuhren, die unregelmäßig das Licht oder zum Beispiel ein Radio einschalten, täuschen Anwesenheit vor. Sprechen Sie keine verräterischen Texte auf den Anrufbeantworter und kündigen Sie Ihren Urlaub auch nicht in sozialen Netzwerken an. Wertvolle und persönlich wichtige Gegenstände deponieren Sie am besten in einem Bankschließfach.

Was können Nachbarn für eine Rolle spielen? Soll man sie aktiv einbinden?

Bockhorst: Nachbarn spielen eine zentrale Rolle im Einbruchdiebstahlschutz. Informieren Sie ihre Nachbarn über die bevorstehende Urlaubsreise. Bitten Sie einen hilfsbereiten Nachbarn, den Briefkasten zu leeren und dafür zu sorgen, dass die Post nicht sichtbar vor dem Haus abgelegt wird. Weisen Sie Ihren Nachbarn darauf hin, dass während Ihrer Abwesenheit keine Handwerker bestellt sind. Unbekannte Personen am Haus sollten angesprochen werden. Und im Verdachtsfall sollte man die Polizei rufen. Bieten Sie Ihren Nachbarn an, während Ihres Urlaubs in Ihrer Einfahrt zu parken. Auch das vermittelt den Eindruck eines bewohnten Hauses.

Was kann ich grundsätzlich tun, um mein Zuhause sicherer zu machen?

Mirco Schneider : Die beste Vorbeugung bieten geprüfte, einbruchhemmende Türen und Fenster. Um einen guten Schutz vor Einbrechern zu erreichen, empfiehlt die Polizei die sogenannte Widerstandsklasse 2. Bei Fragen helfen die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen gerne weiter. Im Internet sind auf den Referenzlisten des Netzwerkes „Zuhause sicher“ zudem geschulte Fachhandwerksbetriebe zu finden, die nach den Empfehlungen der Polizei geprüfte mechanische Sicherungen montieren. Wer sein Zuhause sicher gestalten möchte, sollte neben dem Einbruchschutz auch auf den Brandschutz achten. Bis zu 400 Todesopfer fordern Brände jährlich in Deutschland. Im Brandfall bleiben gerade mal vier Minuten, um das Haus zu verlassen. Bereits nach zwei Minuten kann eine Rauchvergiftung tödlich sein. Rauchwarnmelder können zu Lebensrettern werden und sind seit dem 1. April für Neubauten gesetzlich vorgeschrieben. Ansonsten gilt eine Übergangsfrist bis Ende 2016.

Besonders im Sommer gibt es immer wieder schwere Gewitter. Kann man sich und sein Haus davor schützen?

Schneider: Als wirksamen Schutz vor Überspannungsschäden empfiehlt die Westfälische Provinzial ein gestuftes System. Neben dem ‚äußeren Blitzschutz’ am Gebäude, dem Blitzableiter, der die Energie zur Erde ableitet und besonders für frei­stehende Privathäuser ratsam ist, ist ein „innerer Überspannungsschutz“ notwendig, der sich in Grund-, Anlagen- und Geräteschutz aufteilt. Grundschutzgeräte werden vom Fachunternehmen im Hausanschlusskasten installiert und verhindern, dass nach einem Blitzeinschlag Schäden an der Installation verursacht werden. Anlagenschutzgeräte reduzieren die verbleibende Überspannung im Netz des Gebäudes. Als letztes Glied in der Kette wirkt der Geräteschutz, zum Beispiel für Computer oder Telefonanlage. Da letzterer nicht immer ausreichend schützen kann ist ein Komplett-Schutz für Gebäude und Inventar sehr zu empfehlen.

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