Wunderbare Atmosphäre
Sabine Koop möchte mit den Nachbarn „alt und grau werden“

Münster -

Viele persönliche Schicksale sind bei der Aktion „Guter Nachbar 2013“ eingegangen. Vom Nachbarn, der einen Herzinfarkt erkannte oder dem, der sich um Hund und Haus gekümmert hat, als ein kurzfristiger Krankenhausaufenthalt auf der Tagesordnung stand. Exemplarisch für die vielen Bewerbungen, die in diese Richtung gegangen sind, möchten wir die Bewerbung von Sabine Koop aus Münster auszugsweise abdrucken. Sie ist querschnittsgelähmt und möchte an der Pictoriusstraße in Münster „alt und grau werden“.

Donnerstag, 08.08.2013, 13:08 Uhr

Und das schreibt Sabine Koop : „Mein Mann und ich kommen gebürtig aus Leer /Ostfriesland, wohnen aber schon jahrelang zufrieden und glücklich in Münster . 1997 änderte sich die Lebenssituation, denn ich wurde komplett querschnittgelähmt und somit zur Rollstuhlfahrerin. Zum Glück hatte unser damaliger Vermieter Verständnis und wollte uns keine Steine in den Weg legen und wir durften das Haus rollstuhlgerecht umbauen und dann sogar als Eigenheim kaufen, sodass wir weiterhin in unser vertrauten Umgebung mit unseren netten Nachbarn bleiben konnten, mit denen wir uns immer schon gut verstanden haben. Ich bin schon so viele Jahre glücklich mit meinem Mann verheiratet und unsere Kinder sind mittlerweile schon 16 und 18 Jahre alt.

Um Dinge zu transportieren benutze ich immer einen Rucksack . . . Ich muss ständig frisches Obst, Gemüse, Fleisch usw. besorgen, denn das Mittagessen muss rechtzeitig auf dem Tisch stehen für meine Kinder. Sehr oft ist dann der Rucksack so schwer, dass ich es kaum schaffe, ihn selbstständig von den Rollstuhlgriffen zu holen. Ich muss aber nur kurz zum Telefon greifen und sofort sind meine netten Nachbarn zur Stelle, um mir zu helfen. Oft ist es sogar so, dass mich die Nachbarin schon vom Küchenfenster aus sieht und ahnt, dass ich Hilfe benötige. . .

Ich habe immer versucht, alles irgendwie alleine zu bewältigen, denn das trägt zum Selbstwertgefühl bei, aber manchmal ist man schon für Hilfe dankbar. Ich fühlte mich auch von Anfang an respektiert und integriert und nicht anders behandelt als Gehandicapte, denn als Behinderte ist man ja kein schlechterer Mensch . . .

Es ist hier eine wunderbare Atmosphäre. Hier möchte ich alt und grau werden.“

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