Kommentar
Nach der Entscheidung: Versöhnen statt spalten

Die Entscheidung ist gefallen. Eine monatelange, zuletzt hoch emotional geführte und bisweilen auch verletzende Auseinandersetzung hat ein urdemokratisches Ende gefunden. Mehr geht an diesem Punkt nun wirklich nicht.

Montag, 17.09.2012, 10:09 Uhr

Jetzt heißt es für die in der Frage über Schloss- bzw. Hindenburgplatz geteilte Stadtgesellschaft, sich wieder zusammenzuraufen. Oder mit den Worten des früheren NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau zu sprechen: Versöhnen statt spalten!

Ein Blick zurück im Zorn hilft niemandem weiter. Das Ergebnis des Bürgerentscheids muss von denen akzeptiert werden, die bis zum Sonntagabend den Hindenburgplatz wollten. Zugleich sollten sich die klaren Sieger nicht anmaßen, nun moralisch oder politisch die besseren Menschen zu sein. Es gilt in den nächsten Wochen und Monaten, die Scherben zusammenzukehren, die Risse zu kitten, die in dieser Streitfrage entstanden sind.

Dabei steht nicht zuletzt der Oberbürgermeister vor seiner vielleicht größten Herausforderung. Schließlich hat er sich freiwillig an die Spitze einer Bewegung gesetzt, die ihm viel Beifall aus den anderen politischen Lagern eingebracht, aber in seiner CDU-Heimat die Partei an den Rand einer Abspaltung getrieben hat. Die schon manipulativ wirkende Bürgerbefragung seiner Verwaltung hat überdies Lewes Ansehen in weiten Kreisen der Stadtgesellschaft geschadet.

Wenn es dem Oberbürgermeister nicht gelingen sollte, die unterlegene Hindenburg-Fraktion in seiner Partei wieder von seiner Person zu überzeugen, dürfte die parteiinterne Unterstützung bei der nächsten OB-Wahl wohl spürbar geringer ausfallen. Gelegenheit dafür bietet sich Lewe in der nächsten Zeit. Die Stadt hat tatsächlich viel größere Probleme, als sich in dieser Heftigkeit wie zuletzt über den Namen eines asphaltierten Park- und Kirmesplatzes zu streiten.

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