Kommentar
Neubau der JVA: Erhaltet das alte Gefängnis!

Mit der Nachricht, dass Münster eine neue Justizvollzugsanstalt bekommt, ist die Diskussion über die Zukunft des alten Gefängnisses an der Gartenstraße eröffnet. Die Optionen reichen von einer vorsichtigen Sanierung bei weitestgehendem Erhalt des heutigen Erscheinungsbildes über eine umfassende Sanierung mit Teilabriss bis hin zu einem Komplettabriss.

Sonntag, 02.09.2012, 14:09 Uhr

Das Gefängnis steht zwar unter Denkmalschutz. Eine Bestandsgarantie ist damit nicht verbunden. Ist die Substanz eines Denkmals so marode, dass eine Sanierung nachweislich unwirtschaftlich wäre, dann kann es durchaus abgerissen werden. Gerichte haben diese Rechtsauffassung in den vergangenen Jahren wiederholt bestätigt. Man darf auf die Gutachten der nächsten Zeit gespannt sein.

Dass das Gefängnis in einem maroden Zustand ist, ist bekannt. Die Frage ist nun, wie schlecht die Bausubstanz ist. Im schlimmsten Fall kann das prächtige Ensemble nicht mehr gerettet werden. Doch so weit sollten es Land und Stadt, so weit dies möglich ist, nicht kommen lassen. Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden, ist die JVA an der Gartenstraße das zweitälteste Gefängnis in Deutschland. Seit über 160 Jahren prägt es das Stadtbild, seine Mauern und Türme zeugen von einer längst vergangenen Zeit, aus der nicht mehr viel bauliche Substanz in Münster erhalten ist.

Gerade deshalb sollte niemand dieses Ensemble leichtfertig aufs Spiel setzen. Das Gefängnis muss erhalten bleiben – wenn dies denn irgendwie möglich ist. Sicher werden Eingriffe in die Substanz nicht zu umgehen sein, möglicherweise werden auch einige Gebäudeteile verschwinden. Doch egal, welche neue Nutzung das Gebäude und das umliegende Areal in Zukunft erfahren werden: Ein Totalverlust des Gefängnisses würde nicht nur Pläne für die Zukunft, sondern den Charakter eines ganzen Quartiers gravierend beeinträchtigen. 

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