Kommentar zum Ladenöffnungsgesetz
Längst überfällig: Neue Regelungen in NRW

Der Pfingstsonntag ist gerettet, es gibt wieder frische Brötchen und Blumen zu kaufen. Das neue Ladenöffnungsgesetz lässt diesen Verkauf wieder zu und trat passend zum Fest am Samstag in Kraft. Vor allem die Bäcker hatten sich die Rückkehr zum ersten Festtag gewünscht.

Sonntag, 19.05.2013, 11:05 Uhr

Kommentar zum Ladenöffnungsgesetz  : Längst überfällig: Neue Regelungen in NRW
Pfingstsonntag werden erstmals wieder frische Brötchen und Blumen verkauft. Foto: dpa

Lange genug mussten Verbraucher jeweils am ersten Pfingsttag, am ersten Osterfesttag und am ersten Weihnachtstag auf ihr frisches Brötchen verzichten. Sie schauten sprichwörtlich in die Backröhre. Frische Blumen gab es aber auch keine, dafür sorgte ebenfalls das Ladenöffnungsgesetz aus dem Jahre 2006.

Noch größer war der Ärger aber darüber, dass Tankstellen und Bahnhofsgeschäfte an allen Festtagen sowohl Brötchen als auch Blumen verkaufen durften. Der Gesetzgeber argumentierte mit Reiseproviant. Nur kontrolliert wurde der Verkauf nicht. Niemand musste tanken, um Brötchen kaufen zu können. Niemand musste eine Fahrkarte vorlegen, um Blumen mitnehmen zu dürfen.

Viel Mühe und noch mehr Geld wären den Betrieben und dem Gesetzgeber erspart geblieben, wenn man nicht so verbohrt auf die Festtagsregelung fern jeder gängigen Praxis bestanden hätte.

Der Verbraucher war irritiert. Und die Stadt hat kontrolliert – ein „Service“, der auch nicht zum Nulltarif angeboten wird. Stichwort: Steuern.

Die Überarbeitung des Ladenöffnungsgesetzes war also nur noch eine Frage der Zeit und schon lange überfällig. Die absurde Regelung für Brötchen und Blumen musste vom Tisch.

Dass im Zuge des neuen Ladenöffnungsgesetzes in Nordrhein-Westfalen nun auch Supermärkte jeweils samstags nur noch bis 22 Uhr öffnen dürfen, ist eine vernünftige Lösung, mit der wohl viele Menschen gut leben können. Denn irgendwann sind am Ende der Woche alle Einkäufe erledigt. Und ein Euro lässt sich halt nur ein Mal ausgeben.

Gabriele Hillmoth

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