Viel Getöse, wenig Honig
Der Wahlkampf und die NSA-Affäre

Die Berliner Stallwachen rüsten spürbar auf, verunglimpfen auf der Suche nach dem deutschen Steigbügelhalter der NSA-Affäre den politischen Gegner mal als Heuchler, mal als Verleumder. Doch leider wachsen das wüster werdende Beschimpfungs-Vokabular und die noch immer eher dürftige Aufklärungsquote in sehr unterschiedlichem Tempo.

Sonntag, 11.08.2013, 13:08 Uhr

In Ermangelung starker eigener Themen, die das Wahlvolk aufregen könnten, verweigert insbesondere die SPD die Selbsteinsicht, dass sich aus der NSA-Affäre wahlkampftechnisch nur sehr schwer Honig saugen lässt. Die Partei und ihr Kanzlerkandidat stecken in der Defensive fest, sie setzen – eigentlich folgerichtig – zunehmend auf das Prinzip Attacke. Doch die Abhör- und Ausspäh-Affäre eignet sich dazu eher nicht.

Zum einen, weil das urlaubsgeneigte Publikum nur noch eher gelangweilt hinhört, zum anderen, weil mit dem früheren Geheimdienst-Koordinator Steinmeier plötzlich ein eigenes Aushängeschild in den mutmaßlichen Ausspäh-Sumpf gezogen wird. Dabei dürfte es wenig verwundern, dass auch eine SPD-geführte Bundesregierung zur intensiven Zusammenarbeit zwischen BND und NSA gestanden hat ...

Eine Antwort auf die eigentlich zentrale Frage, ob die NSA in Deutschland direkt Daten deutscher Staatsbürger abfischt, wird das gegenwärtige Verbal-Getöse kaum liefern.

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