Revision im Fall Wulff
Tragödie ohne Ende?

Ist das klug – oder gar notwendig? Mitnichten. Ex-Bundespräsident Wulff ist vom Vorwurf der Vorteilsnahme – es ging um gut 700 Euro – freigesprochen worden; nach einem für ihn teils demütigenden monatelangen Gerichtsverfahren, das der besonnene Richter gern schon nach wenigen Wochen wegen erkennbarer Unbeweisbarkeit der Vorwürfe beendet hätte. Wo aber liegt nun die juristische Dimension, die Relevanz der angestrebten Revision?

Donnerstag, 06.03.2014, 10:03 Uhr

Offenkundig will die hannoversche Staatsanwaltschaft , der im Fall Wulff eine mitunter exzessive Ermittlungsarbeit vorgeworfen worden ist, nicht klein beigeben und den prominenten Fall eben nicht zu den Akten legen. Die Staatsanwälte haben Kellnerinnen vernommen, die Wulff ein Getränk brachten, sie haben seine Bodyguards ausgefragt und jeden Winkel seines Privatlebens ausgeleuchtet. Mit einem so mageren Ergebnis, dass die Eröffnung des Hauptverfahrens lange zweifelhaft schien. Dass verhandelt wurde (nur wegen Vorteilsnahme , nicht wegen Bestechlichkeit), war gut und richtig; in erster Linie für Wulff selbst, der sich mit einem Freispruch erster Klasse als vollständig rehabilitiert betrachten darf. Auch galt es, jeden Anschein von Promi-Bonus oder Mauschelei zwischen den „Großen“ im Keim zu ersticken. Die Tragödie Christian Wulff hat nun ein Ende, nicht aber eine Verlängerung verdient.

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