Freihandelsabkommen TTIP
Undurchsichtig

Da mögen EU-Handelskommissar Karel De Gucht und der US-Handelsbeauftragte Michael Froman noch so freundlich lächeln – wenn die hohen Herren die weiten Wege von Brüssel und Washington nach Berlin auf sich nehmen, dann ist etwas im Argen. Den Abgesandten von EU-Kommission und USA ist ein Licht aufgegangen, dass sie mit ihrem Versuch, hinter verschlossenen Türen das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP auszuhandeln, möglicherweise vor die Wand fahren werden.

Dienstag, 06.05.2014, 14:05 Uhr

Freihandel bringt Wirtschaftswachstum und neue Arbeitsplätze. Im Fall von TTIP gibt es diese allerdings nicht kostenlos. Bei den Verhandlungen geht es nicht nur um den Wegfall von Zöllen, sondern vor allem um den Abbau anderer Handelshemmnisse. Dazu zählt etwa der Import von Chlor-Hühnchen aus den USA , die in Europa seit den späten 90er Jahren verboten sind. Oder die Pflicht, in der EU auf der Verpackung anzugeben, ob gentechnisch veränderte Produkte verarbeitet worden sind.

EU und USA haben mit ihren undurchsichtigen Verhandlungen bei den Bürgern Sorgen geschürt, dass europäische Standards durch die Hintertür kassiert werden könnten. Jetzt müssen De Gucht und Froman Basisarbeit leisten, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Allerdings wird sich erst nach der Europawahl mit ihren neuen Mehrheiten zeigen, ob der Schaden, den die Unterhändler angerichtet haben, möglicherweise so groß ist, dass er sich nicht mehr einfach weglächeln lässt.

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