Eine gute Woche für Christian Wulff
Der richtige Mann?

Die 24. Kalenderwoche ist eine ausgezeichnete für Christian Wulff: Die Vorstellung seines Buches bringt dem Ex-Bundespräsidenten noch einmal allergrößte Publizität, wie ein Befreiungsschlag dann gestern die Rechtskräftigkeit seines Freispruchs.

Samstag, 14.06.2014, 12:06 Uhr

Eine gute Woche für Christian Wulff : Der richtige Mann?
Foto: dpa

Wulffs Weste ist strafrechtlich gesehen blütenweiß. Er sieht seine Ehre wiederhergestellt und steht nun, am Ende eines tragischen Lebensabschnittes, unbelastet vor einem Neuanfang, für den ihm nur alles Gute zu wünschen ist.

Dass Wulff die Buchvorstellung genutzt hat, seine Sicht der Dinge, die schlussendlich zu seinem Rücktritt führten, öffentlich zu machen, ist menschlich verständlich. Dass er sich dabei aber zu der Behauptung versteigt, er sei auch heute noch der Richtige im Amt des Bundespräsidenten, verrät die Selbstgerechtigkeit, mit der Wulff seine Geschichtsbewältigung betreibt. Er sieht sich noch immer als die verfolgte Unschuld aus Hannover , die in der Schlangengrube Berlin durch ein verachtenswürdiges Medienkartell zu Fall gebracht worden ist. Ja: Es gab diesen eskalierenden journalistischen Enthüllungsdruck, eine Skandalisierungsspirale, Vorverurteilungen. Aber warum? Weil Wulff sich politisch-moralisch, nicht strafrechtlich, angreifbar gemacht hatte – der Hauskredit, die Urlaube, der Drohanruf beim Bild-Chefredakteur, seine salamitaktische Eingeständnis-Politik. Wäre Wulff der richtige Mann im Schloss Bellevue? Nein.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2523018?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F981843%2F2596157%2F4852761%2F
Prokops Team bereit für Norwegen
Guter Einstand: Tim Suton (M.), hier bedrängt von den Spaniern Eduardo Gurbindo (l.) und Gedeon Guardiola.
Nachrichten-Ticker