Die Koalitionsfrage in Dresden
Sächsisches Pokerspiel

Die Sachsen sind mit sich und ihrem Freistaat im Reinen. Die Bilanz von Tillich & Co. kann sich sehen lassen. Eine hohe allgemeine Zufriedenheit und infolgedessen eine gänzlich ausgebliebene Wechselstimmung bescherten der CDU und ihrem Ministerpräsidenten ein achtbares Wahlergebnis und die Fortsetzung ihrer nunmehr schon 25 Jahre währenden Regierungsperiode. Aber mit wem?

Montag, 01.09.2014, 09:50 Uhr

Die sächsische Landtagswahl verlängerte das Drama einer in akuter Lebensgefahr schwebenden FDP um ein weiteres Kapitel. An Holger Zastrow und seinen Mitstreitern allein hat es nicht gelegen – die FDP befindet sich bundesweit in einer Art Sippenhaft kollektiver Ablehnung, und niemand weiß, wie dieser freie Fall noch gestoppt werden kann. Dass die neue Konkurrenz in Gestalt der rechtspopulistischen AfD im klassischen liberalen Revier erfolgreich wildert, kann diesen Absturz nur bedingt erklären.

Der neue Hoffnungsträger der Sachsen-SPD, Martin Dulig, hat einen Achtungserfolg erzielt und wird sich Stanislaw Tillich als neuer Mehrheitsbeschaffer andienen. Der Ministerpräsident kann aus einer starken Position heraus agieren und angesichts der vorhandenen Alternativen den Preis fürs Mitregieren drücken. Mit der AfD wird Tillich allerdings nicht einmal einen leichten Polit-Flirt riskieren. Die stabile Linke bleibt Zuschauer in diesem Pokerspiel um die Macht – anders als in Thüringen sucht niemand die Nähe zur zweitstärksten politischen Kraft; die hat sich mit ihrer Dauerrolle als Opposition längst abgefunden.

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