25 Jahre nach dem „Herbst der DDR“
Danke!

Die deutsche Einheit ist ein historisches Geschenk. Aber eines, das die ehemaligen DDR-Bürger ihren Landsleuten im Westen gemacht haben. Der politisch und wirtschaftlich bankrotte SED-Unrechtsstaat wäre 1989 nicht so schnell weggefegt worden ohne den Mut der Leipziger, Plauener und Dresdener, die den Schikanen und der Gewaltdrohung der SED-Machthaber bei den Montagsdemos friedlich trotzten. Ohne die vielen, die über die Prager Botschaft oder die ungarische Grenze flohen – und so die Mär des „antifaschistischen Schutzwalles“ Lügen straften. Ohne diejenigen, die auch angesichts von Stasi und Unterdrückung auf ihre unveräußerlichen Rechte als Menschen pochten.

Freitag, 10.10.2014, 08:10 Uhr

Offensichtlich sind der Mut und die Entschlossenheit der DDR-Oppositionellen inzwischen ziemlich in Vergessenheit geraten. Wie sonst ist es zu erklären, dass es Ostalgikern wie Gregor Gysi im 25. Jahr nach dem „Herbst der DDR “ gelingt, eine Diskussion darüber anzustoßen, ob denn bitte ein Staat, in dem die SED-Machthaber Justiz, Verwaltung, Gesetzgebung und Medien am engen Zügel führten, „Unrechtsstaat“ genannt werden darf. Wer je die Stasi-Gedenkstätte „Runde Ecke“ in Leipzig , das Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen gesehen oder mit Opfern der SED-Willkür gesprochen hat, dem stellt sich diese Frage nicht. Natürlich war die DDR ein Unrechtsstaat – was sonst?

Umso höher ist die Courage der Leipziger zu bewerten, die 1989 – wie es auf einem ihrer ersten Transparente stand – für „ein offenes Land mit freien Menschen“ de­monstrierten. Umso mehr muss andererseits die politische Lethargie erschrecken, die sich in der (ost-)deutschen Bevölkerung zeigt. Wenn nur noch die Hälfte der Bürger das Wahlrecht nutzt, für das die Bürger 1989 auf die Straße gingen, so ist das eine Beleidigung dieser mutigen Menschen. „Wir sind das Volk“ – das gilt auch heute noch. Ohne Bürgersinn, ohne Mitreden und Mitstreiten, für das es heute keinen großen Mut braucht, kann es keine echte Demokratie geben. Sie dörrt aus – auch mit dieser Mahnung hat Bundespräsident Gauck die richtigen Worte gefunden.

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