Massaker an Schülern in Pakistan
Taliban führen doppelten Machtkampf

Kaltblütig, sinnlos, feige: Wie man dieses Massaker an pakistanischen Schülern auch immer bezeichnen will – am Ende bleibt nur Fassungslosigkeit über ein Maß an Barbarei, das nicht zu ertragen ist. Wie viel Hass tragen diese Terroristen mit sich, um ein solches Gemetzel unter Kindern anzurichten?

Mittwoch, 17.12.2014, 09:52 Uhr

Pakistanische Kinder beten für die Opfer des Terrorangriffs von Peshawar.
Pakistanische Kinder beten für die Opfer des Terrorangriffs von Peshawar. Foto: dpa

Taliban , Al-Kaida : Diese Organisationen überziehen Pakistan seit Jahren mit ihrem Terror. Nun sieht es fast so aus, als wollten diese Gruppierungen mit einem einzigen Schlag – wie an der Schule in Peshawar – in Konkurrenz treten zum mächtigen IS, dem sogenannten „Islamischen Staat“, der im Irak und in Syrien sein Unwesen treibt und längst auch in Nordafrika sein Netzwerk ausbreitet.

Nüchtern betrachtet spiegelt sich in diesem scheußlichen Verbrechen nichts anderes als ein doppelter Machtkampf : Die Taliban sinnen zum einen auf Rache an den Militärs, die sie im Nordwesten des Landes bekämpfen – daher richtete sich die Attacke gegen eine Schule, an der Kinder von Soldaten unterrichtet werden. Zum anderen dient der Anschlag auch als Zeichen in Richtung IS, der den in sich zersplitterten Taliban in Pakistan immer mehr das Wasser abgräbt.

Die jüngste Gräueltat ist für Pakistans Regierung ein letztes Warnsignal: Der Kampf gegen den Terror lässt sich nicht halbherzig, sondern nur mit aller Konsequenz gewinnen.

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