Papst auf den Philippinen
In seinem Element

Es ist nicht entscheidend, ob der Papst gestern neue Rekorde brach, als er vor Millionen Katholiken auf den Philippinen Gottesdienst feierte und predigte. Entscheidend ist vielmehr, dass er den Menschen, die oft nicht viel mehr besitzen als das, was sie am Leibe tragen, getröstet und aufgerichtet hat. Ein Kommentar von Johannes Loy.

Montag, 19.01.2015, 10:01 Uhr

Im strömenden Regen und vor jubelnden jungen Leuten fühlte sich Franziskus, der sich bei seinem Amtseintritt im März 2013 geradezu programmatisch als erster Papst den Namen des charismatischen Ordensgründers aus Assisi gegeben hat, offenbar genau in seinem Element.

Die winterliche Kirche Europas , die zwar bestens organisiert und materiell ausgestattet ist, spirituell aber müde oder sogar matt erscheint, blickt in diesen Tagen einmal mehr staunend nach Asien, wo die Kirche ähnlich wie in vielen Gegenden Afrikas eine faszinierende Dynamik entwickelt. Weil sie konsequent auf der Seite der jungen Familien, der Armen und Marginalisierten steht und häufig als einziger Hoffnungsträger in einer durch Katastrophen, Misswirtschaft und Korruption zerklüfteten Weltregion gilt.

Im Blick auf diese Kirchen und im Bewusstsein, dass gerade auch viele junge Menschen aus dem Bistum Münster und vielen weiteren Diözesen Deutschlands und Europas auf allen Kontinenten im Dienst an Kindern und Schwachen stehen, werden unsere eurozen­trischen Probleme in einen anderen, deutlich kleineren Maßstab gerückt. Die Zukunft der Kirche liegt ganz sicher in den jungen Kontinenten. Das demografisch kippende Europa befindet sich demgegenüber geradezu unaufhaltsam auf dem Weg in die Vergreisung.

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