Merkels Mission in Budapest
Höchste Zeit

Budapest ist für Touristen immer eine Reise wert. Aber für Politiker ist die ungarische Hauptstadt alles andere als ein Magnet. Der letzte Ungarn-Besuch der Bundeskanzlerin ist fünf Jahre her, und nur wenige andere namhafte Politiker haben sich zuletzt zu den Ma­gyaren verirrt.

Dienstag, 03.02.2015, 10:02 Uhr

Viktor Orbán , den Daniel Cohn-Bendit einmal als „durchgeknallten“ Autokraten bezeichnet hat, schreckt europäisch denkende Staatsgäste eher ab. Selbst viele Ungarn haben vom machtversessenen, selbstherrlichen Regierungsstil des ungarischen Premiers inzwischen die Nase voll. Orbán steht für Korruption , Abbau von Demokratie und unverhohlene Putin-Nähe. Orbán ist ein radikaler Europa-Kritiker.

Für Angela Merkel war der fünfstündige Aufenthalt in Budapest kein Vergnügungsausflug. Die Demonstranten auf der Straße erhofften sich am Montag von der mächtigsten Frau der Welt Klartext. Merkel hat diese Erwartungen öffentlich eher auf diplomatische Art erfüllt. Hinter den Kulissen mag dies aber durchaus anders geklungen haben.

In acht Tagen wird nämlich Russlands Präsident Wladimir Putin in Budapest erwartet. Höchste Zeit für Merkel, von Orbán ein klares Bekenntnis zu Europa einzufordern. Ein weiterer Spaltpilz – nach der neuen Regierung in Athen – wäre Gift für die Einheit der Gemeinschaft.

Für seinen ramponierten Ruf könnte Orbán durchaus etwas tun. Ungarn sollte sich aktiv bei den Friedensbemühungen um die Ukraine einschalten. Damit wäre auch Budapest für Politiker ein lohnendes Reiseziel.

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