Kommentar: Eine kluge Wahl
Neuer Name für Realschule in Münster

Der Rat muss der Namensänderung von Karl-Wagenfeld zu Erna de Vries noch zustimmen, bevor sie wirksam wird. Aber diesmal sollte es keine Debatten mehr geben. Die Schulkonferenz hat eine kluge und richtige Entscheidung getroffen – in mehrfacher Hinsicht.

Donnerstag, 02.07.2015, 07:07 Uhr

Erna de Vries steht als Zeitzeugin des Holocaust für Erinnerung und Aufarbeitung der Geschichte des Nationalsozialismus – und stellt damit auch ein Gegengewicht zum bisherigen namensgebenden Heimatdichter Wagenfeld dar, der die rassistische Nazipropaganda aktiv anfeuerte. Und: Erna de Vries ist nach ihren Besuchen in der Schule vielen Schülern und Lehrern nicht nur ein Name, sondern ein Mensch, der eindrucksvoll die eigene Lebensgeschichte erzählen kann. Schließlich ist der Name auch eine Verpflichtung für die Schule – nämlich auch in Zukunft und länger als die Generation der Holocaust-Überlebenden selbst berichten können, an deren Geschichte zu erinnern und zu erörtern, was sie in der jeweiligen Gegenwart sagt.

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