Kommentar: Deutschland und die Flüchtlingswelle
Vorbildlich bis ängstlich

Wohin mit den Flüchtlingen? In vielen Kommunen wird gerade Schwerstarbeit geleistet. Überall werden Zeltstädte aus dem Boden gestampft und Sporthallen hergerichtet. Die Aufgaben sind so gewaltig, dass einige Städte und Gemeinden am Limit sind.

Freitag, 07.08.2015, 19:08 Uhr

Flüchtlinge dpa
Nach einer langen Reise angekommen: Flüchtlinge in einer Aufnahmeeinrichtung in Deutschland. Ihre Zukunft: Ungewiss. Foto: dpa

Wuppertal setzt jetzt einen Notruf ab: Die Stadt wird bis auf Weiteres keinen Haushalts-Entwurf für 2016 vorlegen. Der Grund: die Kosten für Flüchtlinge und Asylbewerber.

2015 könnte zum Jahr der Flüchtlinge werden. Deutschland schwebt derweil in einem ambivalenten Gemütszustand: zwischen vorbildlicher, aufopferungsvoller Hilfsbereitschaft für Menschen in Not und einer diffusen Angst, dass die schier unaufhaltsam scheinende Flüchtlingswelle das Land überfordern werde.

Droht vor Ort die Stimmung zu kippen?

Die CSU erweckt zumindest diesen Eindruck, wenn der frühere Bundesinnenminister Friedrich über die „gesellschaftliche Destabilisierung“ schwadroniert. Davon ist dieses Land weit entfernt. Im Gegenteil. Schenkt man der deutschen Wirtschaft Glauben, wäre mancher Betrieb in Handwerk und Indus­trie dankbar, wenn arbeitswillige und zum Teil auch gut ausgebildete Asylbewerber endlich an die Arbeit gelassen würden. Doch das ist Sache der Politik.

Das politische Berlin macht Sommerpause. Vielleicht gibt es ja bald wieder einen Flüchtlingsgipfel. Viel Worte – wenig Taten. Das erzeugt Frust.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3429531?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F981843%2F4852742%2F4852747%2F
Im Dezember werden gleich zwei Museen eröffnet
Das Bibelmuseum an der Pferdegasse (Foto) wird am 13. Dezember eröffnet – ebenso wie das Archäologische Museum im Fürstenberghaus.
Nachrichten-Ticker