Radikalisierung der Flüchtlingsdebatte
In großer Sorge

Henriette Reker hat das feige Messer-Attentat überlebt. Sie wird wohl keine gesundheitlichen Schäden davontragen; wie die 58-jährige Spitzenpolitikerin die psychischen Folgen des hinterhältigen und brutalen Anschlages verarbeitet, das vermag heute niemand zu sagen. Das offenkundig fremdenfeindliche Motiv des Täters schockiert. Ein Kommentar.

Montag, 19.10.2015, 07:10 Uhr

In Köln ereignete sich das Messerattentat auf Henriette Reker.
In Köln ereignete sich das Messerattentat auf Henriette Reker. Foto: dpa

Erleben wir, nach Brandstiftungen, Körperverletzungen und Angriffen auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte, nach einer wachsenden sprachlichen Radikalisierung der politischen Debatte auf der Straße und im Internet, nun auch eine Eskalation in Taten?

Leisten Hetze und Hassparolen, geistige Brandstifterei, einer Gewaltspirale Vorschub, die politische Wirrköpfe und Fanatiker plötzlich nicht mehr davor zurückschrecken lässt, Menschen, die sich hier für Flüchtlinge einsetzen, nach dem Leben zu trachten?

Köln – eine einzelne Tat, ein Einzeltäter. Dennoch blickt man inzwischen mit großer Sorge auf den sozialen Frieden, den Zusammenhalt in der Gesellschaft angesichts der historischen Herausforderung der Flüchtlingsbewegung. Berlin und Brüssel müssen endlich dokumentieren, dass sie entschlossen handlungsfähig und nicht hilflos dieser Situation begegnen; Demonstranten müssen sich vergewissern, wem sie nachlaufen und politisch die Steigbügel halten.

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