Kommentar zu „Café Kleimann schließt“
Nostalgie kauft keiner

Es gab eine Zeit, in der Münsters City-Café-Szene drei Namen hatte: Schucan, Grotemeyer, Kleimann. Schucan ist passé, Grotemeyer verkleinert, Kleimann schließt. Man könnte jetzt den Verfall von Traditionen beklagen. Denn es ist einfach nett, wenn man die Essenz von Städten in so kurze Formeln fassen kann.

Freitag, 15.01.2016, 19:01 Uhr

Tatsächlich wurden die Traditionscafé verdrängt, weil die Konkurrenz übermächtig ist. Noch nie gab es mehr Cafés, noch nie mehr Außengastronomie.

Noch nie wurde mit Kaffee und Kuchen mehr Umsatz in Münster gemacht als heute. Aber die Gewinner heißen Roestbar, Extrablatt, Starbucks im Zen­trum.

Und rundherum schöpfen Alternativläden mit Sperrmüll-Touch wie Teilchen & Beschleuniger oder Tante August den Markt von Studenten und Hipstern ab.

Kleimann litt unter Standortfaktoren: Kaum Außenplätze, wenig Sonne, keine Sichtbeziehungen von innen nach außen und umgekehrt. Da helfen weder 1-A-Kuchen noch eigene Pralinen. Was zählt, ist Atmos­phäre. Für Nostalgie zahlt heute keiner mehr.

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