Kommentar zur Zukunft der Portigon-Sammlung
Kunst ist für alle da

Münster -

Die gut 300 Kunstschätze, die im Besitz der WestLB-Nachfolgerin Portigon sind, bleiben für die Öffentlichkeit erhalten. Eine gute Entscheidung, denn wer hätte etwas von Kunstwerken in Tresorräumen? Ein Kommentar.

Montag, 04.07.2016, 17:07 Uhr

Kommentar zur Zukunft der Portigon-Sammlung : Kunst ist für alle da
Die Skulptur "Toleranz durch Dialog" von Eduardo Chillida bleibt im Rathausinnenhof in Münster. Gut so, meint unser Redakteur Johannes Loy. Foto: dpa

Das Gezerre um die Kunstsammlung der WestLB und ihre Rechtsnachfolgerin Portigon ist beendet. Bedeutende Werke, die zum Kernbestand des NRW-Kulturlebens zählen, sind gesichert.

Nicht auszudenken, die Dialog-Bänke des Basken Eduardo Chillida , einst für den Rathausinnenhof in Münster geschaffen, wären per Kran verladen und im Garten irgendeines begüterten Privatiers aufgestellt worden.

Kunst namhafter Maler und Bildhauer zählt heute längst zum Handels- und Spekulationsgut eines heiß laufenden Auktionsbetriebs, in dem schwindelerregende Preise erzielt werden. Diese Entwicklung ist kaum zu bremsen, doch gilt es, durch politische Klugheit zwischen den Interessen der Künstler, der Besitzer und der Öffentlichkeit einen Ausgleich zu schaffen.

Nichts ist sinnloser als ein Tresorraum mit Kunstwerken, die bei Insolvenz verhökert werden. Kunst stiftet Sinn, wenn möglichst viele Menschen daran teilhaben können.

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