Kommentar zu Krankenkassen
Steigende Zusatzbeiträge: Brisante Botschaft

Die Nachricht aus dem Kassenlager birgt Zündstoff. Denn sie zeigt, dass die politisch Beteiligten ihre Hausaufgaben rund um den Flüchtlingszustrom auf einem wichtigen Feld nicht erledigt haben.

Donnerstag, 14.07.2016, 21:24 Uhr

Kommentar zu Krankenkassen : Steigende Zusatzbeiträge: Brisante Botschaft
Gesetzlich Krankenversicherten drohen in den kommenden Jahren spürbar höhere Beiträge. Foto: Daniel Reinhardt

Schon vor Monaten war beim Blick auf die medizinischen Kosten für die häufig traumatisierten und kranken Menschen in einem Szenario verklausuliert von „zusatzbeitragsrelevanten Mehrbelastungen“ die Rede. Jetzt setzt die Chefin des Bundesverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherungen bei ihrer Beitragsprognose dieses Thema genau so auf die Tagesordnung.

Weniger Netto vom Brutto ist die eine Botschaft, von der steigende Zusatzbeiträge künden. Viel belastender für die Koalition ist aber, dass man ihr Wortbruch vorwerfen wird. Denn wenn am Ende die Versicherten für die Gesundheitsversorgung der Flüchtlinge zahlen sollen, stünde dies im Widerspruch zu bis­herigen Versprechungen von Minister Gröhe.

Wer eine solche Debatte im Wahljahr nicht will, der sollte schleunigst reagieren und mit den Kassen die Pauschalzahlungen neu verhandeln und sauber kommunizieren. Der Bund kann den Kassen nicht das Verlust­geschäft überlassen, bis diese an der Beitragsschraube drehen.

Was sollte der Ver­sicherte tun? Das Übliche: Beiträge und Leistungen vergleichen, bei Bedarf die Kasse wechseln.

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