Wahl zum Abgeordnetenhaus
Berlin schaut auf Berlin

Eine weitere Schmach für die Volksparteien. Michael Müllers Mini-Mehrheit und Frank Henkels zweiter Platz im Wettlauf um Senatssitze und Fraktionsstühle im Berliner Abgeordnetenhaus können nicht kaschieren, dass an der Spree die Wählergunst für SPD und CDU auf einen nicht für möglich gehaltenen Tiefpunkt abgesackt ist. Ein Kommentar.

Montag, 19.09.2016, 15:09 Uhr

Weder rot-grüner Lagerwahlkampf noch Amtsbonus haben die SPD vor dem Absturz bewahrt. Die CDU konnte mit ihrem neu aufgelegten Image einer modernen Großstadtpartei überhaupt nicht punkten.

Viele Berliner haben dem zerstrittenen rot-schwarzen Bündnis, von dem sie fünf Jahre in ihren Augen mehr schlecht als recht regiert wurden, die Quittung ausgestellt. Das teure Flughafen-Fiasko, galoppierende Mietpreise, Mängel in der Schul- und Bildungspolitik, eine zunehmende Sorge um die innere Sicherheit und das Chaos in den Bürgerämtern waren im Wahlkampf die großen Themen der Hauptstädter. Unterm Strich Belege für gescheiterte Regierungs- und schlechte Verwaltungsarbeit. Dass Unentschiedene und Verärgerte der in Berlin auf Sicherheitsthemen geeichten AfD eine weitere Erfolgsnachricht bescheren würden, lag seit Monaten auf der Hand.

Müller wird den rot-grün-roten Kurs einschlagen. Direkt vor den Augen von Merkel, Seehofer und Gabriel zeigt ein weiteres Landesparlament, welche Farbenspiele inzwischen möglich sind, weil die alten Volksparteien mehr und mehr Macht einbüßen. Berlin schaut auf Berlin.

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