Kommentar
Trauerspiel statt Glanzstunde: Tusk-Eklat überschattet den EU-Gipfel

Eigentlich wollte sich die EU kurz vor dem großen Fest in Rom wieder in Bestform präsentieren. Dort soll Ende März glanzvoll an die Unterzeichnung der Römischen Verträge vor 60 Jahren erinnert werden: Sie gelten als Geburtsurkunde der EU. Doch der Gipfel geriet zum Trauerspiel.

Freitag, 10.03.2017, 19:03 Uhr

Kommentar : Trauerspiel statt Glanzstunde: Tusk-Eklat überschattet den EU-Gipfel
Tusk sagte, es sei paradox, dass er gegen den Widerstand seines eigenen Landes gewählt worden sei. Foto: dpa

Die polnische Regierung hat mit erpresserischen Methoden versucht, in Brüssel ihren eigenen Kandidaten als EU-Ratspräsidenten durchzusetzen – und den Landsmann Donald Tusk zu verhindern. Schlimmer kann es kaum kommen.

Damit schadet die polnische Regierung nicht nur der Union. Das Land hat sich selbst an den Rand gestellt. Viele Kern-EU-Länder setzen nun ganz offen auf ein Europa der zwei Geschwindigkeiten. Denn wenn Nationalregierungen wie Polen in einer heiklen Phase verantwortungslos ihre innenpolitischen Spielchen auf Brüsseler Bühne austragen, bleibt die Frage: Wie handlungsfähig ist die EU der 28 noch?

Doch es gibt auch Hoffnung. Selbst Hardliner wie Ungarns Präsident Orban haben sich gegen Polen gestellt. Trump und der Brexit haben der Union Aufschwung gegeben, nach dem Motto: Jetzt erst recht. 27:1 – ein klares Votum pro Tusk. Doch noch so einen peinlichen Eiertanz kann sich die EU nicht leisten.

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