Der Anschlag und das Spiel
Irritierend

Hand aufs Herz! Konnte man ­wirklich so unbeschwert wie immer den Spieltag der Champions-League verfolgen? Frei im Kopf für das Geschehen auf dem Rasen? Ein Kommentar.

Mittwoch, 12.04.2017, 20:04 Uhr

Fußball Champions League: Viertelfinal-Hinspiel, Borussia Dortmund - AS Monaco am 12. April 2017. Foto: dpa
Im Signal Iduna Park in Dortmund. Fan-Choreografie von Dortmund formen BVB in großen Buchstaben auf der Tribüne. Foto: dpa

Nein! Nach dem heimtückischen Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus und damit auf das nicht nur in Dortmund gefeierte Team konnte das Erlebnis nur eines sein: höchst zwiespältig und in Teilen i rritierend. Denn diese Be­gegnung war über Nacht zum Hochrisiko-Spiel geworden, bei dem sich Bedrohungsszenarien und Ängste zum sportlichen Geschehen gesellen.

Der Terror hat erneut den Sport erreicht. Mit widerlichen Sprengsätzen, erdacht, gebaut und platziert, um Menschen zu töten oder zumindest schwer zu verletzen. Der Anschlag am Dienstag, so weiß man inzwischen, ist mehr als glimpflich ausgegangen.

Es ist angesichts der zwar kruden, aber doch in eine Richtung weisenden Bekennerschreiben naheliegend, die Täter zumindest im IS-Umfeld zu vermuten. Noch passt ­vieles aus Ermittlersicht nicht zusammen, aber – wie der Fall Amri gezeigt hat – mit der Zeit wird das Gesamtbild sichtbar werden.

Vielleicht gewinnt man auch diese Erkenntnis: Die von Leistung und Wettbewerb berauschte Sportwelt sollte sich nach so einem Vorfall mehr Zeit nehmen. Kein vernünftiger Mensch erwartet, dass schon 24 Stunden später der Ball wieder rollt.

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Explosion in der Nähe des BVB-Mannschaftsbusses

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  • Trotzreaktion: Eine Besucherin am Dienstagabend im leeren Stadion.

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  • Der Mannschaftsbus des BVB wurde bei der Fahrt zum Champions-League-Viertelfinale gegen AS Monaco mit drei Sprengsätzen attackiert.

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  • Sven Bender und Nuri Sahin (v.l.) verfolgen mit ernster Miene den Polizeieinsatz.

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  • Wie geht es weiter? Der Trainer von Borussia Dortmund, Thomas Tuchel (2.v.r.), blickt auf sein Smartphone.

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  • Da war noch alles in Ordnung: Mitglieder der Fußball-Mannschaft von Borussia Dortmund und des Betreuerstabes stehen in der Nähe des Teamhotels „L‘Arivee“ um Trainer Thomas Tuchel herum.

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  • Kurz vor der Abfahrt zum Stadion: Spieler von Borussia Dortmund, darunter Pierre-Emerick Aubameyang (l) vor dem Mannschaftshotel.

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  • Der Bus von Borussia Dortmund steht mit einer beschädigten Scheibe an einer Straße in unmittelbarer Nähe des Mannschaftshotels.

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  • BVB-Verteidiger Marc Bartra, der hinten im Bus saß, und ein Polizist, der die Mannschaft auf einem Motorrad begleitete, wurden verletzt.

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  • Der Tatort wurde am Abend abgeriegelt.

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  • Eine Anzeigetafel im Stadion informiert über einen Vorfall mit dem Mannschaftsbus des BVB. 

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  • Die Fans versuchen über ihre Smartphones an mehr Informationen zu kommen oder Kontakt zu Familie und Freunden aufzunehmen.

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  • BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist die Sorge anzusehen: 15 Minuten vor dem geplanten Spielbeginn wird die Partie abgesagt.

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  • Im Stadion wird die Entscheidung verkündet: Das Spiel wird am Mittwoch um 18.45 Uhr nachgeholt.

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  • Schwere Stunden für den BVB: Stadionsprecher Norbert Dickel (l.) Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (r.) im Stadion.

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  • Gespenstische Szene: Im nahezu leeren Stadion legt die Mannschaft des AS Monaco gegen 21.30 Uhr noch eine Trainingseinheit ein.

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  • Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange bei einer Pressekonferenz am späten Abend: Wir gehen von einem gezielten Angriff auf den Bus der Dortmunder aus.

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  • Staatsanwältin Sandra Lücke erklärt, dass in der Nähe des Busses ein mögliches Bekennerschreiben gefunden wurde. „In dem Schreiben wird Verantwortung für Tat übernommen.“

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  • Die ganze Nacht hindurch wurde am Tatort nach Spuren gesucht.

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  • Die Sprengsätze waren nach ersten Erkenntnissen der Polizei in einer Hecke versteckt.

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  • Dortmund-Fans boten unter dem Hashtag #bedforawayfans Schlafplätze an. So auch BVB-Fan Stefan Kilmer (M.), der dieses Selfie mit Anhängern des AS Monaco bei Twitter postete.

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  • Am Mittwochmorgen wird das Mannschaftshotel des BVB von einem großen Polizeiaufgebot gesichert.

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  • Mit Maschinenpistolen bewachen Polizisten den Tatort.

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  • Das Nachholspiel am Mittwochabend wird unter verschärften Sicherheitsmaßnahmen stattfinden. So dürfen keine Rucksäcke mit in den Signal-Iduna-Park genommen werden.

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  • Auch das Trainingsgelände des BVB steht am Mittwoch unter besonderer Bewachung.

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  • Ein ursprünglich für Mittwoch angesetztes öffentliches Training fällt aus.

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