Kommentar
Löcher stopfen – neue reißen

Die Mangelverwaltung bei der Lehrerversorgung wird beim Thema Abordnung ins Ruhrgebiet deutlich.

Donnerstag, 13.04.2017, 19:04 Uhr

Dietrich Harhues 
Dietrich Harhues  Foto: Wilfried Gerharz

Wenn ein Tischtuch zu kurz ist, hilft es nicht, daran zu ziehen. Das einzige, was sich damit ändert, ist, dass ein anderer auf die blanke Platte schaut. Mit diesem Bild lässt sich die Schulmisere beschreiben, deren Folgen Eltern von Zweitklässlern der Bonhoeffer-Schule jetzt zu spüren bekommen.

Ihre Sprösslinge haben sich gerade an ihre Klassenlehrerin gewöhnt, da wird diese – schwuppdiwupp – ihnen wieder genommen. Von höheren Mächten! Zwar sind diese von der Not getrieben, an anderer Stelle Löcher stopfen zu müssen. Aber sie können nicht verhindern, dass sie damit zugleich neue Lücken klaffen lassen.

Rein zahlenmäßig mag die Versorgung im Münsterland noch besser sein als in Gelsenkirchen . Doch auch in vermeintlich ländlicher Idylle gilt längst, dass die Aufgaben der Lehrer schwieriger werden angesichts von teils großen, aber stets unterschiedlicher als je zuvor zusammengesetzten und pädagogisch fordernden Klassen.

Auch diese Schüler haben ein Recht auf ein schulisches Umfeld, in dem sie ihre Talente wirklich entfalten können. Dietrich Harhues

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