Der Fall Franco A
Von der Leyen unter Druck

Der Fall Franco A., Zeichen von Rechtsterror in der Bundeswehr und eine Ministerin, die selbstverschuldet unter Beschuss der eigenen Truppe gerät: Über dem Bundesverteidigungsministerium – geführt von Ursula von der Leyen – braut sich gerade ein hochexplosives Wolkengemisch zusammen.

Dienstag, 02.05.2017, 18:05 Uhr

Der Fall Franco A : Von der Leyen unter Druck
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) Foto: dpa

Der Fall des Oberleutnants , der sich als syrischer Asylbewerber ausgab, war bizarr genug, um die Behörden wie Deppen aussehen zu lassen. Doch dieser Fall ist noch von ganz anderem Kaliber: Karlsruhe ermittelt – Anfangsverdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Offenbar gibt es zudem nun auch noch Hinweise auf ein kleines rechtsextremes Netzwerk in der Truppe.

Ursula von der Leyen hat die Flucht nach vorn angetreten. Die geplante USA-Reise abgesagt, will sich die Ministerin als Aufklärerin profilieren. So hat sie bislang jeden Skandal überstanden – zum Beispiel den Sturm, den die Unzulänglichkeiten des G36-Gewehrs ausgelöst hatten. Doch diesmal könnte die Offensiv-Strategie der Ministerin scheitern.

Ursula von der Leyen hat sich gefährlich weit aus dem Fenster gelehnt, indem sie der Bundeswehr pauschal Führungsschwäche und ein Haltungsproblem vorgeworfen hat. Das kommt bei den eigenen Leuten ganz schlecht an. Die Ministerin wird es schwer haben, die zu Recht empörten Soldaten wieder einzufangen. Zumal sie die Verantwortung für die jüngsten Skandale und Umtriebe – nach gut drei Jahren Amtszeit – nicht mehr auf ihre Vorgänger abzuwälzen vermag. Gefragt ist die glaubwürdige Führung an oberster Stelle und nicht die Selbstinszenierung.

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