Kommentar
Vertrauenssache: Ursula von der Leyen will Reformen bei der Truppe

Rechtsextremes Netz werk in der Bundeswehr oder nur eine Handvoll Fehlgeleiteter? Hat die Verteidigungs­ministerin zu lange weggeschaut? Ursula von der Leyen hat am Mittwoch vor dem zuständigen Bundestagsausschuss ­Stellung bezogen. 

Mittwoch, 10.05.2017, 19:05 Uhr

Kommentar : Vertrauenssache: Ursula von der Leyen will Reformen bei der Truppe
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) steht neben Volker Wieker, Generalinspekteur der Bundeswehr am 10.05.2017 in Berlin. Foto: dpa

Wer auf solche Fragen allerdings eine zufriedenstellende Antwort erwartet hat, sieht sich ­gewaltig enttäuscht. Die forsche Ministerin bleibt bei ihrer Strategie – Flucht nach vorn. Und zwar zackig.

Ursula von der Leyen setzt sich als Chef-Aufklärerin in Szene und will die Truppe reformieren – vom Rekruten bis zum General. Immerhin, das klingt versöhn­licher als ein Pauschal­angriff in Sachen „Haltungsprobleme“ in der Bundeswehr .

Die Debatte über eine neue Führungskultur kommt nach dreieinhalb Jahren Amtszeit reichlich spät. Erst jetzt, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, erteilt die Ministerin den Marschbefehl. Große ­Worte – die Wirkung bleibt im Ungefähren.

Vertrauensproblem

Zwei Offiziere unter Terrorverdacht: Der Fall Franco A. wirft Schatten auf die Bundeswehr – auf den Bürger in Uniform. Zweifel sind erlaubt, ob sich mit Ursula von der Leyens Generalreiniger die Pro­bleme beseitigen lassen wie lästiger Staub.

Nein, der Verteidigungsministerin fehlt es vor ­allem an Vertrauen. Sowohl auf der politischen Bühne als auch in der Truppe selbst. Und das wiegt mit Blick nach vorn besonders schwer.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4825577?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F981843%2F
Besorgter Blick nach Wuhan
Auf einer Straße in Wuhan, der Heimatstadt der in Münster lebenden Jun Zhou, geleitet ein Mann in Schutzkleidung einen möglicherweise Infizierten über die Straße.
Nachrichten-Ticker