Kommentar zur Katholikentag-Finanzierung
Trauerspiel in Münster

Katholikentage sind genauso wie evangelische Kirchentage Feste des Glaubens. Und Orte, an denen sich in spannungsgeladenen Zeiten eine Gesellschaft auch im kontroversen Diskurs gemeinsamer Werte versichern kann – ausdrücklich über Konfessionsgrenzen und Nationalitäten hinweg. 

Freitag, 02.06.2017, 07:06 Uhr

Kommentar zur Katholikentag-Finanzierung : Trauerspiel in Münster
Katholikentag-Aufklang: Gottesdienst im Dom mit Bischof Felis Genn. Foto: Matthias Ahlke

Hier kommen Leistungsträger der Gesellschaft zusammen: Menschen, die sich um Alte, Kranke oder Kinder kümmern, Menschen, die sich um Verständigung und Dialog bemühen. Dass ausgerechnet politische Kreise in der Stadt des Westfälischen Friedens versuchen, die städtische Leistung für den 101. Katholikentag 2018 in Münster wie auf dem Basar zu drücken, schadet dem Ansehen der Stadt, trifft die Region, in die diese Großveranstaltung strahlen soll.

Offensichtlich glauben insbesondere Grünen-Politiker in Münster, sie könnten auf kommunaler Ebene das Verhältnis zwischen Kirche und Staat auf neue Füße stellen. Es hat der Gesellschaft aber in der Vergangenheit eben nicht geschadet, dass Bund, Länder und Kommunen sich an Zuschüssen für Kirchen- und Katholikentage be­teiligt haben: Schließlich wird hier der soziale Kitt für den Zusammenhalt angerührt. Das kommt allen zugute. Einem rot-rot-grünen Senat in Berlin war der Kirchentag jüngst gar 8,4 Millionen Euro wert. Dagegen wirkt das kleingeistige Trauerspiel in Münster beschämend.

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